Anvil
One And Only
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Auch auf ihrem 20. Studio-Longplayer bleiben Anvil selbstverständlich Anvil. Hat etwa irgendjemand etwas anderes erwartet? Nicht ernsthaft, oder? In den 12 neuen Songs ist wieder mehr Pfeffer drin, auch Lips´ Soli wirken inspirierter. Das schnelle “Dead Man Shoes“ (ulkige Schreibweise!), das schleppende „Heartbroken“ oder das Album-Highlight „Run Away“, dessen Blues-Einflüsse in Kombination mit dem schmissigen Tempo wirklich unerwartet kommen und überraschen können, machen richtig Spaß!
Als Negativ-Beispiel muss ausgerechnet die erste Single „Feed Your Fantasy“ herhalten. Als ich den Clip auf YouTube gesehen habe, dachte ich: „Wenn die ganze Scheibe so ausgefallen ist, dann Gute Nacht!“ Dem ist trotz einer weiteren Plattitüde in Form von „Rocking The World“ zum Glück nicht so, aber Tatsache bleibt: Der große Knack- und Schwachpunkt der Songs der Kanadier sind die ultrasimplen Refrains. Ein Kritiker bezeichnete sie als „schmerzhaft uninteressant“ - und das trifft leider voll zu! In der speziellen Atmosphäre eines Livegigs mag das ja noch einigermaßen funktionieren, aber auf Konserve ist die ewig gleiche Verfahrensweise einfach nur ermüdend! Das Anhören wird dadurch so anstrengend, dass man es kaum bis ans Ende der Platte schafft! Da ändert aller Idealismus nichts dran!
Das macht eine Bewertung nicht leicht. Gebe ich den unverdrossenen Drei für ihr aktuelles Werk nun starke 13 oder knappe 14 Punkte? Ich neige zu Letzterem, weil die erwähnten Soli sogar noch besser sind, als ich anfangs dachte!
Michael Schübeler
Trackliste |
1 | One And Only | 3:59 |
2 | Feed Your Fantasy | 3:50 |
3 | Fight For Your Rights | 2:47 |
4 | Heartbroken | 3:43 |
5 | Gold And Diamonds | 3:28 |
6 | Dead Man Shoes | 3:40 |
7 | Truth Is Dying | 4:40 |
8 | Rocking The World | 4:31 |
9 | Run Away | 4:00 |
10 | World Of Fools | 3:29 |
11 | Condemned Liberty | 4:07 |
12 | Blind Rage | 3:16 |
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Besetzung |
Steve “Lips” Kudlow (Vocals, Guitar)
Chris Robertson (Bass, Vocals)
Robb Reiner (Drums)
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