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Reviews

Darren Deicide

The Jersey Devil is here


Info

Musikrichtung: Blues, Singer/Songwriter, Rock

VÖ: 23.11.2008

(Ever Reviled Records)

Gesamtspielzeit: 39:10

Internet:

http://www.darrendeicide.com
http://www.myspace.com/darrendeicide

Manchmal flattern einem als Schreiberling schon etwas schräge CDs ins Haus. In diesem Fall gleich vom Teufel persönlich. Naja, nicht ganz. Darren Deicide (was für ein Künstlername mal wieder!) ist ja immerhin nur der Jersey Devil. Und als dieser gebärdet er sich fast wie ein moderner Robert Johnson. Bewaffnet mit seiner halbakustischen E-Gitarre gibt er den einsamen Bluesmann. Doch traditionellen Blues gibt es auf The Jersey Devil is here nicht wirklich. Die Musik darauf klingt eher als hätte John Lee Hooker ein Techtelmechtel mit Sid Vicious. Der Sound ist wild, kratzig und ungehobelt. Das hier riecht geradezu nach Straßendreck, Schweiß und rauchigen Kaschemmen. Dass es auch mal schrammelig und schräg klingt, auch dezent daneben gegriffen wird, sorgt dabei nur das richtige Maß an Authentizität. Ebenso das selbst gewählte Image als Lonesome Loser.

Aber solange dieser seine tägliche Ration Whiskey und Zigaretten bekommt, ist der Gute mit Sicherheit glücklich. Dann kann es schon sein, dass dabei ein cool und luftig groovender Titel wie der hittige „The cocaine song“ rauskommt, bei dem kräftig der Kneipenchor im Hintergrund mitgrölt. Da kommt Freude auf! Ähnlich beschwingt geht es auch beim flotten „Leave me alone“ zu, das regelrecht rollt. Wer sagt denn da, dass Ein-Mann-Blues nicht auch rocken kann? Das krasse Gegenteil ist dagegen der Titeltrack „The Jersey Devil ist here“. Dunkel und beschwörerisch trägt Darren Deicide hier seinen Text vor - stellenweise unterstützt von einer Geige. Doch meistens ist der Mann nur alleine mit seiner Gitarre zu hören, gelegentlich von ein bisschen Perkussion unterstützt. Wobei es hier meistens auch sein stampfender Fuß tut, der gerade beim wütend politischen „Napalm, death and fire“ kräftig auftritt.

Darren Deicide hat mit der Musik seinen ganz eigenen Ausdruck gefunden. Ein wenig schräg und verschroben, nicht gerade besonders schön oder filigran, dafür aber laut, schmutzig und gewiss echt. Ein paar Hördurchläufe braucht es schon um Herrn Deicide in sein Herz zu schließen. Denn das hier ist gewiss kein locker-flockiger Mainstream für jedermann. Eher etwas für Leute, die was für kaputte Typen wie z.B. auch Tom Waits übrig haben. Allerdings ist der gebürtige Chicagoer wesentlich agiler und feuriger. Ein junger, wilder Geheimtipp!



Mario Karl

Trackliste

1Won't You?3:35
2Napalm, Death And Fire4:35
3The Jersey Devil Is Here7:09
4The Cocaine Song5:17
5The Infidelic Boogie4:04
6Leave Me Alone3:41
7Hudson River Hangover4:15
8This Lonesome Road2:23
9Ms. Liberty Blues4:11
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger