"Symphonic-Hollywood-Metal", "Melodic-Power-Deathmetal", "Epic-Black-Metal"
... und so weiter. In wohl keinem anderen Musikgenre existieren soviele
Bezeichnungen für diverse musikalische Spielarten wie im Metal. Mit dem Begriff
"Power-Trash-Metal" umschreibt die junge Schweinfurter Band Hatred ihren
Musikstil und erschafft gleichzeitig eine eigene Nische im überfüllten
Metalgenregetümmel. Lobenswert das die fünf Unterfranken ihr heil nicht im Kopieren von
Szenegrössen suchen, sondern schon mit ihren ersten Demo "Fractured", durch
ihre Mixtur von Old-School-Trash mit modernen Power-Metal-Elementen, eine
bemerkenswerte Eigenständigkeit an den Tag legen. Die Titulierung der Musik passt
also praktisch wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge, die CD ist äusserlich
sehr professionell aufgemacht und die Produktion ist für ein Demo recht
ansprechend.
Auf`s Auge gibt es auch mit dem fast urgewaltigen Opener "Overlord", dessen
Refrain sich in den Köpfen der Hörer gnadenlos festsetzt und ebenjenes
Köperteil automatisch in Bewegung bringt. Mächtige Trashnummer bei der eigentlich
nur das übertriebene Gitarrengewichse in der Mitte des Songs ein wenig stört.
Der folgende Quasi-Titelsong "Fractured By Fear" stellt für mich das absolute
Highlight der Scheibe dar. Bei dieser genialen Hymne, die im Chorus durch
einen reinrassigen Metalrefrain glänzt, beweist Sänger Matthias Mauer abermals,
das weder normales genretypisches Trashshouting, noch Death-Metal-artiges
Gegrunze, sowie sogar Tobias Sammet-ähnliche Schreie für ihn ein Problem sind.
Dieser variable Gesang, sowie das treibende, exakt getimte Drumming von Daniel
Buld verleihen Hatred einen grossen Wiedererkennungswert. Nicht auszudenken
welche Möglichkeiten der Song "Fractured By Fear" bei einer professionellen
Produktion hätte.
Unbedingt noch erwähnt werden muss natürlich noch der Track "Metal
Massacre", der kurz aber heftig, schöne Erinnerungen an Metallica weit vor umstritten
(Re-)Loadzeiten auslöst, die von 80 Prozent der Fans sehnlichst wieder
herbeigesehnt werden. Auch "No Escape" und "Sleeper" haben durchaus ihre Reize,
obwohl sie definitiv nicht an die drei anderen Stücke herankommen und so sind
die sechs Euro für diesen Silberling eine Investition, die kein Fan Trash.-
bzw. härteren Powermetals (oder beidem) bereuen wird.So und jetzt muss ich aber
Schluss machen, da ein Review einer True-Epic-Folk-Blackmetalkapelle ansteht.
Manuel Liebler
15 von 20 Punkte
Internet: www.hatredmetal.de