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Reviews

Isaac, H. (Ensemble Officium)

Missa Paschalis a 6 - Ostermesse


Info

Musikrichtung: Renaissance vokal

VÖ: 01.03.2004

Christophorus / Note 1 (CD DDD (AD 2003) Best. Nr. CHR 77267)

Gesamtspielzeit: 71:08

Internet:

Ensemble Offizium

RENAISSANCE-OSTERFREUDE

Während der Katalog mit Musik für die Passionszeit dank zahlreicher Passionen, Oratorien, Lamentationen und Tenebrae-Responsorien gut bestückt ist, scheint das Osterfest auf dem Plattenmarkt doch eher unterrepräsentiert zu sein. Die bekannten Komponisten hat es offenbar wenig gereizt, zumal die liturgische Tradition wenig Raum für große repräsentative Werke bietet. Vor allem J. S. Bachs große Passionen müssen inzwischen überkonfessionell die Hauptlast für die Einstimmung auf das Fest der Auferstehung tragen. Selbst sein (kurzes) Oster-Oratorium gehört nicht zu den bekanntesten Werken - was ein Grund dafür sein mag, dass die Kreuzstab-Kantate BWV 56 in einer örtlichen Kirche just am Ostersonntag erklingt! Ansonsten erfreuen sich, liturgisch wie theologisch kaum weniger sinnlos, in der Fastenzeit Requiem-Vertonungen von Mozart bis Verdi einer wachsenden Beliebtheit.

Da kommt diese herrliche sechststimmige Ostermesse des Renaissance-Komponisten Heinrich Isaac (ca. 1450-1517) gerade recht. Das ausladende, streng liturgisch gebundende Werk wird in der vorzüglichen Einspielung des Ensembles Officium unter der Leitung von Wilfried Rombach zum Ausdruck einer wahrhaft verinnerlichten Osterfreude.

Isaac hat das Werk als Alternatim-Komposition angelegt, d. h. sowohl in den Propriums-Teilen (bei denen die Texte immer auf den jeweiligen Feiertag abgestimmt sind, z. B. Introitus oder Sequenz) als auch in den Abschnitten des Ordinariums (mit den unveränderlichen Texten, z. B. Kyrie, Gloria und Sanctus) wechseln einstimmige gregorianische mit kunstvollen mehrstimmigen Abschnitten ab. Die "Melodie" der I. gregorianische Messe fungiert in diesem Fall als cantus firmus für (beinahe) das ganze Ordinariums, während in den Propriumsteilen, die vor allem Isaacs spätem Hauptwerk Choralis Constantius entnommen sind, die canti firmi wechseln.
Über dieser wechselnden Basis errichtet Isaac seine kontrapunktischen Miniaturen, ohne sich dabei lediglich in der nur eitlen Zurschaustellung der Satzkunst zu gefallen. Vielmehr werden von ihm ein- und mehrstimmige Teile in ein vollkommenes Gleichgewicht gebracht und verschmelzen zu einem homogenen Ganzen, das seinen Reiz gerade den wechselnden Besetzungen und Registrierungen verdankt. Die bis zu sechsstimmigen Passagen verströmen mit ihren wohlproportionierten modalen Harmonien und ruhig pulsierenden Rhythmen einen geradezu balsamischen, volltönenden Wohlklang.

Wesentlichen Anteil am überzeugenden Gesamteindruck hat die exquisite a-capella-Darbietung durch das Ensemble Officium. Das in seiner Mühelosigkeit manchmal geradezu selbstvergessenen anmutende, kontemplative Musizieren läßt zu keinem Augenblick den Eindruck polyphoner Schwerstarbeit aufkommen. Vielmehr bestechen die Sänger, ob einzeln oder im Kollektiv, durch eine wunderbar warme, leuchtende und runde Tongebung. Zwischen den gregorianischen und auskomponierten Passagen gibt es keine Brüche: Die einstimmigen Abschnitte erscheinen je nach Besetzung wie "ariose" solistische Einlagen oder homophone Verdichtungen im kontrapunktischen Geflecht.



Georg Henkel

Trackliste

1Introitus "Resurrexi" 7:51
2Kyrie7:11
3Gloria7:22
4Graduale "Haec dies"5:54
5Alleluia "Pascha nostrum"2:32
6Sequenz "Laudes Salvatori"13:19
7Credo7:28
8Offertorium "Terra tremuit"1:49
9Sanctus2:48
10Benedictus1:47
11Agnus Dei2:23
12Communio "Pascha nostrum"3:48
13Introitus "Rexurrexi"6:56

Besetzung

Ensemble Officium

Ltg. Wilfried Rombach

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19 bis 20 Überflieger