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Reviews

JCM

Heroes


Info

Musikrichtung: Rock / Rock Jazz

VÖ: 20.04.2018

(Repertoire Records)

Gesamtspielzeit: 55:09

Internet:

http://jcmband.com/
https://www.repertoirerecords.com/
http://www.hart.de/
http://www.brooke-lynn-promotion.de/

Eine persönlich emotionale Angelegenheit steckt auch hinter dem Zustandekommen dieses Albums, Heroes. So schreibt Jon Hiseman über dieses Projekt, wie er sich erinnert an noch nicht so lange zurückliegende Zusammenarbeiten mit Musikern wie Larry Coryell, Gary Moore und Allan Holdsworth. So habe er plötzlich realisiert, Viele verloren zu haben, die an ihn glaubten und ihn stets ermutigten, die eigene Musik voranzutreiben. Hierbei nennt er insbesondere: Mike Taylor, Graham Bond, Ollie Halsall, Jack Bruce, John Mole, Gary Moore, Dick Heckstall-Smith, Larry Coryell, Allan Holdsworth.

Und so habe er sich entschlossen, ein Album aufzunehmen mit Stücken, die er mit den Genannten in Verbindung bringt. Jeder einzelne Song wecke in ihm Erinnerungen, auch daran, Freunde verloren zu haben. Zunächst sprach er mit Clem Clemson darüber und bald war die Idee eines klassischen Gitarrentrios spruchreif, Mark Clarke als Sänger und Bassist war der Dritte im Bunde. Nun könnte man meinen, das sei ja fast Colosseum, doch eine abgespeckte Version dieser Band liegt hier gar nicht vor, JCM ist ein eigenes Gewächs.

Ungeachtet dessen und unter Berücksichtigung der eingangs eingeführten Absicht Hiseman’s, findet man allerdings auf der Platte Coverversionen oder Neueinspielungen alter Titel, also nicht wirklich etwas Neues. Nun, betrachten wir es also als Widmung. Und so stoßen wir auf alte Stücke von Colosseum (“The Kettle“), Tempest (“Strangeher“), Jack Bruce, Humble Pie, Colosseum II, Graham Bond und Larry Coryell. Mit diesem Power-Trio werden sie auf andere Art und Weise zu neuem Leben erweckt.

Grundsätzlich wird niemand etwas an der Songauswahl und an der Qualität der Musiker zu mäkeln haben können, insofern ist alles in Ordnung. Doch mir wirkt die Ausführung mitunter sehr hausbacken, einige Ausnahmen bilden “Weird Of Hermiston“ von Jack Bruce, hier entwickelt sich der Song zum Ende hin zu einer locker swingenden Jamsession, die allerdings klar und eindeutig nach Fortsetzung ruft, so dass man in der Tat gespannt sein dürfte auf die Live-Präsentation.

“Four Day Creep“, was ist denn das? Da denke ich doch sofort an Cream und ihre Interpretation von “Spoonful“, ähnlich schleppend und schwer kommt es hier, auch die Melodie ist verdammt nah dran. Dabei ist das hier ein Song von Humble Pie. Und überhaupt wähne ich mich mitunter musikalisch eher in den Gefilden von Cream und der damaligen Zeit, als sich der Blues langsam im Rock verfestigte. Doch Mark Clarke vermag nicht die Ausstrahlung als Sänger vorzulegen wie einst Jack Bruce. Schlecht singt er nicht, doch wirkt es mir oft zu angestrengt, besonders auf der Ballade “Rivers“, einer Hommage an Gary Moore. Clemson ist einwandfrei, manchmal vielleicht zu einwandfrei, spielt er meistens doch nur das Nötigste, so dass man feststellen muss, dass das Hauptaugenmerk auf die Gestaltung von Songs gelegt wurde, mit wenig Spielraum für solistische Zurschaustellung. Und so trommelt auch Hiseman mehr als Rocker denn als Jazzer oder Jazz-Rocker, stilistisch jedoch immer gleich erkennbar, aber seinen ansonsten stark vorgelegten Enthusiasmus beim Trommeln muss er entsprechend zügeln.

Die für mich eindeutig besten Nummern sind “Strangeher“, “Weird Of Hermiston“, “Grease The Wheels“, “The Inquisition“ und “The Real Great Escape“, weil hier mehr Anteile von Jazz Rock vorherrschen, und diese auch in sehr lockerer und virtuoser Form am besten zum Ausdruck gebracht werden. Schade finde ich im Übrigen, dass nichts aus der Ära mit John Mayall berücksichtigt wurde, gerade weil die damaligen Bluesbreakers doch die Quelle für Colosseum waren.

Nachfolgend noch die Anmerkungen zu den einzelnen Songs, und warum sie hier Berücksichtigung fanden:

“The Kettle“ - ursprünglich aufgenommen 1969 als Teil von Colosseums »Valentine Suite« 1969 m. D.Heckstall-Smith
“Strangeher“ - Ein Track von Jon Hiseman's Band Tempest, dem Gitarristen Alan Holdsworth gewidmet
“Weird Of Hermiston“ - Eine Hommage an Jack Bruce, im Original auf seinem 1969er Album »Songs For a Tailor«
“Four Day Creep“ - Ein Humble Pie - Song, aufgenommen als Hommage an Steve Marriott und Greg Ridley
“Yeah Yeah Yeah“ - Ein Song von Olli Halsall vom Tempest-Album »Living In Fear« (1974)
“Rivers“ - Hommage an Gary Moore, im Original auf dem Album ‹Electric Savage» von Colosseum II
“Grease The Wheels“ - Die Heavy-Rock-Nummer ist eine weitere Hommage an den verstorbenen Jack Bruce
“The Inquisition“ - im Original auf dem 1977er Album ‹Wardance« von Colosseum II
“Foyers Of Fun“ - erstmals auf dem Debütalbum von Tempest von 1973 zu finden
“Only Sixteen“ - Ein Song von 1966, geschrieben von Graham Bond
“The Real Great Escape” - Eine Hommage an Larry Coryell und seine 11th House-Alben



Wolfgang Giese

Trackliste

1 The Kettle
2 Strangeher
3 Weird Of Hermiston
4 Four Day Creep
5 Yeah Yeah Yeah
6 Rivers
7 Grease The Wheels
8 The Inquisition
9 Foyers Of Fun
10 Only Sixteen
11 The Real Great Escape

Besetzung

Mark Clarke (vocals, bass)
Clem Clemson (guitars)
Jon Hiseman (drums)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger