John Oates With The Good Road Band

Arkansas


Info
Musikrichtung: Americana/Roots

VÖ: 02.02.2018

(PS Records)

Gesamtspielzeit: 33:35

Internet:

http://johnoates.com/
http://www.thirtytigers.com/
http://oktoberpromotion.com/de


Den am 7.April 1949 in New York City geborenen John Oates werden viele sicher gar nicht kennen, aber Hall & Oates sind mithin wiederum wahrscheinlich ein Begriff, und wenn man dann noch deren großen Hit “Maneater“ ins Spiel bringt, dann wird der eine oder andere Groschen fallen.

Doch wer nun glaubt, sich musikalisch an den Klängen dieser Band orientieren zu können, wenn es in Erwartung der aktuellen Platte von Oates geht, dann wird Arkansas diese Erwartung nicht erfüllen können. Denn hier hat sich der Mann offensichtlich einem ganz anderen Genre zugewandt. Allein die Namen der meist bekannten Songs deuten auf Geschichtsforschung hin. Wahrscheinlich ist dieses die Musik, mit der der junge John seinerzeit auch in Berührung kam, die damalige aufblühende Folk-Szene, sich auch am alten Delta-Blues orientierend, Bluegrass, Ragtime, wird da Pate gestanden haben, als die zehn Songs zu Arkansas aufgenommen wurden.

Und so geht die Reise in angenehmer Weise in Richtung Roots, allein zwei Songs des brillanten Bluesers Mississippi John Hurt finden wir hier, und viele traditionelle Weisen sind es, die auf interessante Weise neu interpretiert worden sind, gleichwohl die Tradition nicht verleugnend. Das ist demnach nach aktuellem Wortgebrauch Americana, oder? Nun, in gewissen Anteilen mag das zutreffen, doch an erster Stelle sehe ich die alten Songs und Stile, die ganz einfach neu ausgestattet worden sind, sich mehr an alter Spielweise als an neuen Quellen orientierend. Wenngleich auch einmal eine grummelnde E-Gitarre und dumpfe Drums erscheinen, bleiben es zum Beispiel Mandoline oder Akustik-Gitarre, die meistens die Atmosphäre bestimmen, mitunter auch ganz lasziv swingend mit dem romantisch-verklärten “Miss The Mississippi And You“, auf dem dann auch noch die Pedal Steel und die Fiddle die Stimmung perfekt abrunden, ja, ein feiner Song ist das!

Oates selbst hat seine Musik wie folgt bezeichnet: “Dixieland, dipped in bluegrass, and salted with Delta blues.” Ja, da hat er durchaus recht, aber wenn es denn nun Americana heißen soll, bitte sehr. Begleitet wird der Musiker von The Good Road Band, da sollen Sam Bush an der Mandoline, Russ Pahl (pedal steel), Guthrie Trapp (electric guitar), Steve Mackey (bass), Nathaniel Smith (cello) und Josh Day drums & percussion) beteiligt sein. Gute Band, ja, im wahrsten Sinne des Wortes. Diese Musik ist verdammt angenehm altmodisch und ganz leicht und locker eingespielt worden, mit echter Freude am Musizieren, eine wahre Wohltat! Oates Gesang mag nicht perfekt und einwandfrei zu sein, doch sein raues und kratzendes Organ passt sehr gut zu der Gesamtstimmung, eine Stimmung, die mich auch ein wenig an Platten von Jorma Kaukonen erinnert, feinste Roots-Music eben! Und wahrscheinlich hat sich Oates damit auch einen alten Traum erfüllt?



Wolfgang Giese



Trackliste
1 Anytime [Lawson/traditional] (3:05)
2 Arkansas [Oates](4:20)
3 My Creole Belle [John Hurt](2:14)
4 Pallet Soft And Low [traditional](6:03)
5 Miss The Mississippi And You [William Heagney](3:48)
6 Stack O Lee [traditional](2:47)
7 That'll Never Happen No More [Blind Blake](2:19)
8 Dig Back Deep [Oates](3:53)
9 Lord Send Me [traditional](2:37)
10 Spike Driver Blues [John Hurt](2:09)
Besetzung

Soweit bekannt:
John Oates (vocals, guitar)
Sam Bush (mandolin)
Russ Pahl (pedal steel)
Guthrie Trapp (electric guitar)
Steve Mackey (bass)
Nathaniel Smith (cello)
Josh Day (drums and percussion)



 << 
Zurück zur Review-Übersicht
 >>