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Rebellisch bis zur Selbstzerstörung - Die goldenen Jahre des Blues hatten nicht nur glänzende Seiten

Info

Autor: Richard Havers / Richard Evans

Titel: The golden Age of the Blues (engl. Originalausgabe)

Verlag: Edition Olms, Zürich, 2010

ISBN: 978-3-283-01148-2

Preis: € 19,95

192 Seiten

Internet:
http://www.edition-olms.com

The golden Age of the Blues erscheint in exakt der gleichen Aufmachung, wie das in der letzten Ausgabe besprochene Jazz; the golden Era.
Historisch betrachtet hätte man den Blues-Band vielleicht vor dem Jazz-Buch besprechen sollen, da Richard Havers / Richard Evans hier häufig in die zwanziger Jahre und noch weiter zurückgreifen, und das einleitende Kapitel die Wurzeln des Blues mindestens in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreichen lässt. Die Blues Timeline erfasst als erstes Datum (S. 16) sogar das Verbringen der ersten Sklaven nach Amerika durch die Spanier im Jahre 1517. Der Blues, das wird wieder einmal deutlich, ist in seinem Ursprung eine Schöpfung der schwarzen Amerikaner.
Auf der anderen Seite tauchen der CD zu The golden Age of the Blues wesentlich mehr Songs aus der Nachkriegszeit und den 50er Jahren auf und die Artikel reichen dichter an die Gegenwart heran. Zwar endet die Timeline im Jahre 1962 (S. 19). Aber einige der 20 im Buch portraitierten Musiker, wie z.B. John Lee Hooker haben zum Ende des 20. Jahrhunderts noch einmal Renaissancen erlebt, die ihnen oft ein größeres Publikum beschert haben, als sie es in den Jahren hatten, in denen sie einen Musikstil mitformten, der die gesamte heutige Rock- und Pop-Musik wesentlich entscheidender mitgeprägt hat, als der Jazz.

Auch das Bild der Musiker, das während der Lektüre entsteht, entscheidet sich stark von dem der Jazz-Heroen - individueller bis zum Einzelgänger, rebellischer bis zur Kriminalität, rücksichtsloser bis zur Selbstzerstörung. Im Einzelfall gab es das auch bei den Jazzern, aber die Überschrift Rock’n’Roll und Rebellion als Fazit drängt sich eher bei den Bluesern auf. Während fast alle Jazz-Größen entweder in und mit einem Ensemble berühmt geworden sind, oder selber eins gegründet haben, ist der allein durch die Welt vagabundierende Hobo, der seine Gitarre an der Straßenecke auspackt, das häufige Bild bei den Blues-Giganten. Der unnatürliche Tod, oft durch Drogen oder ihre Folgen, ist hier eher die Regel, als die Ausnahme. Und die Ursachen der im Buch erwähnten Gefängnisaufenthalte beschränken sich keineswegs auf Delikte, für die das Drogendezernat zuständig ist.

Optisch war das Jazz-Buch durch die Künstler-Fotos von William Gottlieb geprägt. The golden Age of the Blues setzt sich mit stimmungsvollen Landschafts- oder Detail-Aufnahmen in Szene, die uns ins vergangene Tage des oft ländlichen Amerikas zurückversetzen.




Lead Belly - The Gallis Pole (1939) 3:10

Charley Patton - Shake it and break it (but don't let it fall Mama) (1929) 3:10

Blind Blake - Blind Arthur's Breakdown (1929) 3:06

Big Bill Broonzy - Key to the Highway (1941) 3:04

Bessie Smith - Tain't nobody's Business if I do (1923) 3:34

Blind Lemon Jefferson - Matchbox Blues (1927) 3:02

Memphis Minnie - Me and my Chauffeur Blues (1941) 3:04

Sonny Boy Williamson - Don't start me talkin' (1955) 2:36

Blind Willie McTell - Statesboro Blues (1928) 2:35

Son House - Walking Blues (1930) 6:46

Tampa Red - Let me play with your Poodle (1942) 2:40

T-Bone Walker - Call it stormy Monday (but Tuesday is just as bad) (1947) 3:03

Howlin' Wolf - Smokestack Lightnin' (1956) 3:09

Robert Johnson - Me and the Devil Blues (1937) 2:37

Lightnin' Hopkins - Coffee Blues (1951) 2:47

Muddy Waters - I'm your Hoochie Coochie Man (1953) 2:48

John Lee Hooker - Boogie Chillen' (1948) 3:09

Elmore James - Dust my Broom (1952) 3:00

Jimmy Reed - Honest I do (1957) 2:50

B.B. King - Three o'Clock Blues (1952) 3:04





Norbert von Fransecky


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