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Artikel

JETHRO TULL begeistern Nürnberg

Info

Künstler: Jehtro Tull

Zeit: 16.07.2009

Ort: Nürnberg (Serenadenhof)

Internet:
http://www.jethrotull.com
http://www.myspace.com/jethrotull72

Jethro Tull ist eine sagenhafte Live-Band und mit Sicherheit einen Besuch wert. Deshalb mache ich mich an diesem wunderschönen Sommerabend mit dem Fahrrad auf den Weg zum Serenadenhof, um Ian Anderson und seine Truppe live zu bestaunen. Bereits am Eingang steht ein Schild mit dem Aufdruck „Ausverkauft“, was ich nicht gedacht hätte. Es kommt, wie es kommen muss: Ich gehe relativ spät in den Serenadenhof und es ist bereits ziemlich viel los, so dass ich nur noch einen halbwegs guten Platz im Mittelfeld finde. Die Vorband SAORI JO, eine Frau die singt und dabei von einem Mann mit der Gitarre begleitet wird, bekomme ich nur noch am Rande mit. Klingt nicht schlecht, ist aber nichts Zwingendes.

Kurz darauf geht schon das Licht aus und die alten Recken um Ian Anderson betreten die Bühne des Serenadenhofs. Mit dem Klassiker „Nothing Is Easy“ geht’s dann auch schon los. Ian Anderson singt und spielt seine Querflöte immer noch mit der Begeisterung eines Mittzwanzigers. Auch die restliche Band ist vom Allerfeinsten. Gitarrist Martin Barre, der mit einer coolen Gitarre und einem Klassesound ausgestattet ist, merkt man die Spielfreude deutlich an. Und das Zusammenspiel innerhalb der Band ist sowieso phänomenal. Anfangs hat Ian Anderson ein paar stimmliche Defizite und man merkt ihm an, dass er sich teilweise gewaltig anstrengen muss. „Skating Away On The Thin Ice Of A New Day” wird vom Publikum begeistert aufgenommen. Überhaupt fällt auf, dass die Fans fast alle Songs kennen und JETHRO TULL förmlich aus der Hand fressen.

Zu fast jedem Song erzählt Ian Anderson eine kleine Geschichte. Bei „Jeffrey Goes To Leceister Square“ geht es darum, dass es früher eine Strasse in London war, wo ein Bandkollege von ihm immer den jungen hübschen Frauen nachgeschaut hat. Dann kommt der Zusatz „Now you have to pay for that”. Derber, schwarzer britischer Humor eben. „Back To The Family“ kündigt er als den schlechtesten Jethro Tull-Song aller Zeiten an. Als Begründung, warum er gespielt wird fügt er hinzu, dass dann „alle anderen Songs sich noch besser anhören“. „Bouree“ ist sowieso klasse und das abschließende kurze Basssolo vom Allerfeinsten. Überhaupt der Sound - eine wahre Ohrenweide. Man hört jede noch so kleine Nuance heraus und es ist wirklich ein absoluter Hörgenuss. Bei „Fat Man“ spielt der Keyboarder ein afrikanisches Rhythmusinstrument, das laut Ian Anderson ein „Lieblingsinstrument diverser Diktatoren in Vergangenheit und Zukunft“ ist. „Heavy Horses“ wird sehr schmissig präsentiert und so langsam biegt die Band in die Zielgerade ein.

Mit dem klassischen „Thick As A Brick“ kann natürlich nichts schief gehen, das Publikum klatscht begeistert Beifall. Das folgende „Aqualung“ wird sehr wuchtig und brachial vorgetragen und man hat das Gefühl, dass Martin Barre hier mit der Gewalt eines Tony Iommi hantiert. Absolut grandios! Dann ist das reguläre Set auch schon wieder beendet. Ohne welchen Song können Jethro Tull natürlich kein Konzert beenden? Natürlich, „Locomotive Breath“. Bereits das Klavierintro lässt die Fans im Serenadenhof jubeln. Als es dann richtig losgeht, ist die Rockparty in vollem Gange. Auch die Band scheint diesen Song nach all den Jahren immer noch sehr gerne zu spielen und so geht „Locomotive Breath“ als finaler Showhöhepunkt und leider auch schon als Schlusspunkt völlig in Ordnung.

Die alten Haudegen hinterlassen ein absolut zufriedenes und begeistertes Publikum, von denen es wohl kaum einer bereut haben dürfte, dabei gewesen zu sein. Mir persönlich hat es sehr gut gefallen, wenn ich auch den Kartenpreis von 50 Euro etwas übertrieben finde.

Setlist:
Nothing Is Easy
A New Day Yesterday
Serenade To A Cuckoo
Beggar’s Farm
Skating Away On The Thin Ice Of A New Day
Jeffrey Goes To Leicester Square
Back To The Family
We Used To Know
For A Thousand Mothers
Bouree
Fat Man
Heavy Horses
Farm On A Freeway
Dharma For One
Thick As A Brick
Aqualung
Locomotive Breath

Stefan Graßl


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