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Artikel

DANKO JONES - Linernotes zur neuen CD "B-Sides"

Info

Gesprächspartner: Danko Jones

Stil: Rock

Internet:
http://www.dankojones.com
http://www.myspace.com/dankojones

Auch wenn einige es nicht wahrhaben wollen, aber die Kanadier DANKO JONES sind eine der coolsten Rockbands unserer Zeit. Ihr Powerrock ist gleichzeitig griffig wie mitreißend. Ihre letzten drei Alben We sweat blood, Sleep is the enemy und Never too loud waren allesamt mit zahlreichen Hits gespickt und so wundert es kaum, dass entsprechende Erfolge nicht ausbleiben. Dabei wirkt die Band trotz ihrer zur Schau gestellten Großkotzigkeit immer noch bodenständig und ehrlich. Fans die selbst zu kleinen Stars wurden. Man erinnere sich nur an Frontmann Dankos Kolumne in der monatlich erscheinenden Metalpostille Rock Hard oder die diebische Freude, dass die Band kürzlich im Vorprogramm von Motörhead und Saxon spielen durfte. Mit der jüngst erschienen CD B-Sides ziehen DANKO JONES nun eine Art Bilanz. Es wurde in den Archiven gekramt und 27 Songs zu Tage gefördert. Das meiste davon erblickte bereits auf diversen Samplern, EPs oder Limited Editions das Licht der Welt, aber es sind darauf auch einige bisher unveröffentlichte Stücke zu finden, welche die meisten Fans erfreuen dürften. Über 70 kurzweilige Minuten zieht sich diese Archivschau hin und zeigt das Powertrio von ihren bescheidenen Anfängen in den Jahren 1996/97 bis zum heutigen Stand 2008. Im Folgenden hat Sprachrohr und Namensgeber Danko Jones einiges zu den einzelnen Titeln zu sagen:


1. The rules
Dieses Lied geistert schon eine ganze Zeitlang herum. Ich denke wir haben es 1997 oder 1998 geschrieben und es immer wieder 2001 und 2002 gespielt. Es ist ein toller Titel um ein Konzert zu eröffnen und wir machen das auch heute noch hin und wieder. Wenn Du auf den Text hörst, scheint es nur vier Regeln zu geben. Das sollte einen nicht überfordern

2. My time ist now
Wir haben diesen Titel 1999 geschrieben und er ist ein großer Zugsong. Über die Jahre haben wir einige solcher Songs geschrieben, doch dieser blieb am längsten in unserem Liverepertoire. Er besitzt einen großartigen Punch und ich mag den Text und das Solo. Dieser Song stammt zusammen mit „The rules“ von einer Split 10" mit Gluecifer und Peter Pan Speedrock namens Ritual of the savage.

3. I like to ball
Ein Lied übers Pimpern aus dem Jahr 1997. Das Hauptriff und die Strophen haben einen deutlichen James Canty/Make Up-Vibe. Zu dieser Zeit hingen wir ab und zu mit ihnen rum und das hat wohl ein wenig auf uns abgefärbt. Ich hab das Lied schon länger nicht mehr gehört und der Text bringt mich zum Lachen. JCs Bass kommt hier gut zur Geltung.

4. Never again
Wir haben das 1996 geschrieben und Nonstop fünf Jahre lang gespielt. Das Lied stammt von unserer selbst betitelten Debüt-EP von 1998. Wir bringen es hin und wieder zurück ins Set und es peppt die Liveshow jedes Mal auf. Was den Text betrifft, kam ich über das Ganze hinweg und ging nie mehr zu dem besungenen Mädchen zurück und werde das auch niemals wieder tun.

5. My problems (Are your problems now)
Ein Lied welches es nicht bis zu den Never too loud-Sessions geschafft hat, wir aber dann im Januar 08 bei Phase One aufgenommen haben. Es ist sehr melodiös, mehr als man es von dieser Band gewohnt ist. Aber ich mag es. Der Text wurde erst ein paar Tage bevor ich den Gesang aufnehmen musste fertig. Es kommt selten vor, dass ich die Melodie ohne Text fertig habe und ich bevor ich den Gesang aufnehmen muss, schnell etwas hinwerfe, was für immer verwendet wird. Dieses Lied gehört dazu.

6. Starlicker
Der Titel ist ein Spiel mit dem Stones-Song „Star star“ von Goat’s head soup, welcher ursprünglich „Starfucker“ hieß. JCs Basslinie haut wirklich rein und hat diesen schmutzigen Stones/Stooges-Vibe. Der Song landete 2000 auf dem Soundtrack von Bruce Labruces Schwulenporno Skinflick. Leiht ihn euch aus, falls ihr ihn in eurer örtlichen Videothek findet.

7. Woogie boogie
Dies ist wahrscheinlich eines meiner Top 3-Lieder, die wir jemals geschrieben bzw. aufgenommen haben. Ich liebe diesen Song einfach! Ich habe wirklich dafür gekämpft, dass er auf We sweat blood kommt. Aber leider wurde er ausgelassen. Wir spielen den Song nach wie vor live und ich genieße es jedes Mal. Ein Teil dieses Lieds ist ein offenkundiges Plagiat von Kiss’ „Fits like a glove“ des Albums Lick it up. Aber niemand hat das bis jetzt bemerkt. Wenn Gene Simmons uns verklagen will, dann sollten die Raspberries, die New York Dolls und Alice Cooper ihn und Paul Stanley aber auch verklagen.

8. Sugar high
Das ist mein liebster Song der es nie auf Never too loud geschafft hat. Also haben wir uns entschlossen ihn doch noch aufzunehmen, damit er auch gehört wird. Textlich wurde er von Jeff Becks Album The Jeff Back Group (manchmal auch das orange Album genannt) inspiriert. Ich beziehe mich auf Bob Tench der „Sugar Cane“, ein Lied des besagten Albums, singt. Und auf „Ice cream cakes“ im Refrain. Viele unserer Songs haben diese Art von Referenzen, aber niemand, speziell Interviewer, hat das je bemerkt. Heute hört doch niemand mehr wirklich zu, oder?

9. Ice cold angel
Ein weiterer früher Song. Wir schrieben ihn, spielten ihn, verwarfen ihn und begannen plötzlich wieder damit ihn zu spielen. Wir spielten ihn zwischen 1996 und 2001 und berührten ihn danach nie wieder. Ich liebe ihn. Leute welche uns damals sahen, fragen uns immer noch danach. Wir sollten ihn wieder zurück ins Set bringen.

10. Choose me
Das ist eine Verdrehung des alten James Brown-Songs „Try me“, mit dem Versuch das Gefühl beizubehalten. Es ist ein Lied über unerfüllte Liebe. Es wurde während der Sleep is the enemy-Aufnahmen eingespielt. Der Countdown kam zustande, als uns auffiel, dass am Anfang nicht viel passiert. Ich liebe diesen Predigerteil in der Bridge und der Countdown welcher an dessen Ende kommt funktioniert. Matt DiMatteo macht den letzten Countdown. Ich glaube nicht, dass mein Geflüster so verschnupft klingt.

11. Big bed
Dieser Track ist ursprünglich von unserer selbst betitelten EP von 1998 und erschien auch auf der Zusammenstellung I’m alive and on fire. Textlich ist er einer meiner Favoriten und die Phrasierung hat etwas von Kiss’ „Firehouse“. „You got a small bed / You want a bigger bed / You want the biggest fucking bed of them all / But she decided you get a bunk bed and now you ain’t getting no action at all“. Es brachte mich zum lachen, als ich damals mit dem Text ankam. Und das tut es noch heute. Jeder weiß, dass mein Bett zu dieser Zeit so klein war, wie es nur sein konnte. Also ist es ziemlich autobiografisch.

12. Sold my soul
Wir nahmen das zusammen mit Rob Sanzo bei Signal to Noise auf. Der Refrain geht „I sold my soul“, klingt aber mehr nach „Asshole maso“. Ich mag die Bridge, die einen leichten Soundgarden „Rusty cage“-Vibe hat.

13. Sex
Das stammt von den Sleep is the enemy-Aufnahmen. Ich werde immer wieder gefragt ob dieser starke Sexbezug in unseren Texten sein muss. Aber ich denke, es ist auch nicht mehr als bei jeder anderen Rockband. Also gibt dieser Song ihnen, gemeint sind Musikjournalisten, etwas zum drüber reden. Ich glaube diese Musikschreiberlinge haben nie Prince, AC/DC, Outkast oder irgendwelche zeitgenössische R&B-Songs gehört. Der Song besitzt eine Van Halen-Anspielung, meinen armseligen Versuch einer Robert Plant-Imitation und ein paar gemeine Backingvocals mit denen man nichts falsch machen kann.

Diskografie

Sugar chocolate (7“, 1998)
Danko Jones (EP, 1998)
My love is bold (EP, 1999)
I’m alive and on fire (2001)
Born a lion (2002)
We sweat blood (2003)
Ritual of the savage (10” Split, 2003)
Sleep is the enemy (2006)
Never too loud (2008)
B-Sided (2009)
14. Fucked up
Der Titel sagt alles und der Text geht noch ein Stück weiter. Auch ein Song unserer ersten, selbst betitelten EP und der Text zeigt mich als ich absolut im Arsch war. Die meisten Bands machen absichtlich einen auf Garage Rock-Sound, aber das hier ist echter Garage Rock: Low-Fi, nicht bloß als reine Ästhetik. Und noch einmal, um es für jeden klarzustellen, ich schere mich einen Dreck um das Mädchen über das ich damals gesungen hab.

15. First date
Als dieses Lied damals 06 in den Staaten veröffentlicht wurde, wurden wir mit Songs wie Buckcherrys „Crazy bitch“ konfrontiert. Warum dieses Getue um einen einfachen Kuss, wenn ein anderer Typ über eine verrückte Nutte singt? Ich glaube man kann es auf unsere kanadische Sittsamkeit schieben. Von der Melodie her versuchten wir einen Fingerzeig Richtung Rocket From The Crypt und Joan Jett zu geben. Ich mag auch die GVSB- und Superchunk-Referenz. Nebenbei, ich bin für jedes Mädel das Farben auf seine Jeans sprüht. Und zum letzten Mal: Ja, ich küsse beim ersten Date und ich werde mit niemandem zusammen sein der das nicht tut.

16. Cheater
Dieser Song wurde ziemlich schnell geschrieben und wir spielten ihn bis zum Erbrechen. Es geht um eine schlimme Beziehung die einfach nicht zu Ende gehen will und beide Parteien daran schuld sind. Als ich ihn schrieb war ich in einer solchen und ja, er handelt von dem Mädchen mit dem ich ausging. Beschissene Beziehung, aber ein toller Song. Aufgrund dieses Songs würde ich sagen, dass ich am Ende gewonnen hab.

17. Pump it up
Wir sind große Elvis Costello-Fans und obwohl es mindestens ein Dutzend seiner Songs wert sind gecovert zu werden, haben wir uns für seinen populärsten entschieden, da dies leichter und mehr Leute anzieht. Ich bin immer dafür eigene anstatt Coversongs zu spielen, aber dies ist ein großartiger Song und wir hatten riesigen Spaß als wir ihn einspielten. Wir haben ihn nie live gespielt, aber wir haben geschafft, dass er auf ESPN und auf anderen Kanälen zu hören ist. Also würde ich sagen, dass er uns (und auch Elvis) ziemlich genutzt hat.

18. The big holdout
Ein weiterer Song der Brendan McGuire-Sessions vom Sloan Space. Ich mag ihn. Es ist ein altes Riff meiner alten Band The Violent Brothers und wir verwendeten es wieder auf Never too loud im Song „Let’s get undressed“. Die Bridge dieses Songs wurde auch auf bei „Natural suntan“ von Sleep is the enemy verwendet. Der Text ist interessant, da ich damals Single war und höllisch frustriert.

19. You ruin the day
Einer der letzten Songs die während der Never too loud-Aufnahmen fertig wurden, da es höllisch war die richtige Melodie für den Refrain und die Bridge zu finden. Er hat ein süßliches Urge Overkill-Feeling. Ich mag den „Fucking nuts“ Pre-Chorus. Den Text haben die meisten Typen schon ausgelebt, mich selbst eingeschlossen.

20. Hit song
Ah, ein weitere Zugsong! Wir haben ein paar davon. Er wurde zuerst auf unserem selbst betitelten Debüt 1998 veröffentlicht und zusammen mit „Big bed“ und „Fucked up“ mit Jerry Teel von den Chrome Cranks und den Honeymoon Killers im Funhouse in NYC aufgenommen. Dieses Lied handelt übers sich trennen (was Neues?) und den neuen Freunden mit denen meine Ex zu dieser Zeit rum hing. Seitdem wurde ich in Beziehungen etwas geselliger, aber damals war ich ziemlich misanthropisch. Einige sagen ich sei es immer noch. Scheiß auf sie.

21. The return of Jackie and Judy
Dregen von den Backyard Babies brachte uns auf dieses Ramones Tributealbum namens The song Ramones the same. Die Dictaters, die Hellacopters, Wayne Kramer, Jesse Malin und natürlich die Backyard Babies waren ebenso auf dieser Compilation. Das war immer einer meiner Lieblings-Ramonessongs und meiner Meinung nach wird er immer übersehen. Ich habe irgendwo gelesen, dass Tom Waits den selben Song für einen anderen Sampler (We’re a happy familiy, A tribute to The Ramones - Anm.d.Red.) gecovert hat. Aber ich habe ihn nie gehört. Wir haben nicht allzu viel daran geändert, doch wir haben ihn ohne Phil Spector aufgenommen.

22. Make a move
Aufgenommen bei einer eintägigen Session mit Brendan McGuire im Sloan Space, direkt neben unserem Proberaum. Er ist ok, aber offensichtlich hat der Titel es nicht bis zur Aufnahme von Born a lion ein Jahr später geschafft. Ich weiß nicht wie oft wir ihn live gespielt haben, aber bestimmt nicht öfter als vier oder fünf Mal. Ich glaube ich habe den Text in der Halle vor dem Aufnahmeraum geschrieben, als Brendan gerade mein Mikro für die Aufnahme herrichtete.

23. Drop your man
Dies ist der erste Song der bei unserem allerersten Studioaufenthalt aufgenommen wurde und einer der ersten Songs die wir jemals geschrieben haben. Er hat diesen Curtis Mayfield-Vibe im Intro und er sollte auf dem I’m alive and on fire-Album sein, wurde aber übersehen. Dies ist einer meiner liebsten Songs überhaupt und bis jetzt haben ihn nicht mehr als zwei Dutzend Leute gehört.

24. Thinking of you
Der geht zurück bis 1996. Ich liebe das Hauptriff immer noch, obwohl ich wollte, dass der Song langsamer ist, mehr Midtempo. Ach … Schlagzeuger. Der Text ist ziemlich autobiographisch und während dieser Zeit machte ich genau das wovon ich singe durch. Nur falls sich das jemand fragen sollte: Nein, ich denke nicht mehr an sie.

25. RIP R.F.T.C.
Einer meiner Favoriten die wir für Never too loud schrieben, der es aber nie auf die Platte geschafft hat. Wir gingen im Januar 08 nochmals ins Studio und haben diesen Gimpel aufgenommen. Rocket From The Crypt ist einer meiner zeitgenössischen Lieblingsbands und ihre Auflösung 2005 hat für diesen Song gesorgt. Er ruft einen RFTV-Vibe hervor und enthält ein paar Verweise auf ihre Songs und Alben.

26. Peacock stomp
Einer meiner Lieblingssongs die wir je geschrieben haben! Wir haben ihn 96 geschrieben und ihn 97 in New York City mit Jerry Teel (Honemoon Killers/Chrome Cranks) hinterm Mischpult aufgenommen. Der Text gehört zu den meinen besten lyrischen Momenten. Etwas Eigenlob, aber ich liebe die Ausdrucksweise: „I'm custom fit for your body / I fit you like a glove / If you try me on for size / I am always in style”. Ha ha, ich muss mir selbst auf die Schulter klopfen für so einen Text.

27. Take me out on a stretcher
Aufgenommen während der We sweat blood-Sessions. Er war einer meiner Favoriten, wurde aber aussortiert, da es offen gesagt bessere Songs gab, die es aufs Album geschafft haben. Es ist eine Art pro-masochistischer Song. Wie auch immer, als ich in ein paar Jahre später im St. Mikes Krankenhaus für eine Augenoperation in den OP geschoben wurde, änderte ich meine Einstellung recht schnell. Wir haben das Lied ein paar Mal im Jahr 2003 gespielt.

Mario Karl


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