····· Die italienische Natur und ein Friedhof um die Ecke bescheren uns Deadsmoke ····· Backtrack meinen’s nicht gut mit ihrer Umwelt ····· Musik machen können die Planetshakers - aber wirken sie auch Wunder? ····· Carlos Santana sieht den Blues bei Tommy Castro „in guter Hand“  ····· Die kanadischen Progressivrocker Saga verabschieden sich nach 40 Jahren von ihren Fans ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Artikel

WE ARE SCIENTISTS - Wechselbad der Wissenschaft

Noch im November 2006 haben We are scientists angekündigt bald zurück zu sein. Bald hat nun 2 ½ Jahre gedauert, aber war vor allem wegen der vielen Abwechslung sehenswert. Ein angenehmer Mix von Songs des neuen Albums Brain Thrust Mastery und dem Debut With Love And Squalor sorgten vom ersten bis zum letzten Ton für viel Bewegung im Publikum. Ebenso förderlich dafür war die flotte Liedfolge zwischen manchen Songs sowie im Wechsel damit die Pausen, die durch unterhaltsame und sympathische Konversationen zwischen Sänger Keith Murray und Bassist Chris Cain erquickt wurden, wie sie schon von vorherigen Konzerten der Wissenschaftler bekannt waren. Leider wirkten die Unterhaltungen vor allem bei Keith diesmal recht einstudiert, verfehlten dennoch im Gesamten nicht ihre humorvolle Wirkung.

Überhaupt kamen die New Yorker wesentlich vorbereiteter herüber. Sie hatten eine ansprechende Lichtshow, welche die professionelle Performance sehr gut unterstrich.
Ein weiteres kleines Highlight, war die geringe Kontaktscheue des Sängers. Bei einem Song stieg er ohne zu zögern ins Publikum, ließ sich fotografieren und mehr oder weniger freiwillig umarmen. Mit seiner vierminütigen Wanderung durch den Konzertraum des Postbahnhof erhöhte er nicht nur den Puls der anwesenden Fanschaft, sondern auch den seiner Kabelträger. Diese mussten ihm schließlich auf Schritt und Tritt folgen und sich mit dem Kabel in den Händen nach oben gereckt durch die Keith-affine Menge pressen.

Nach 75 Minuten verabschiedeten sich die drei Indie-Rocker von der Bühne, um sich nach eigenen Angaben dem Pizzaessen zu zuwenden. Sofort wurde die übliche nachkonzertliche Rauswerf-Musik eingespielt - aber das Licht blieb gedämpft. Das schürte Hoffnungen auf ein paar Songs mehr. Als dann die Zugabe dann aber mehrere Minuten auf sich warten ließ, stieg die Zahl der ratlosen Gesichter stark an. Die meisten waren vom Klatschen erschöpft, so dass der Applaus schließlich stark abebbte und der Abend eher überraschend ohne ein weiteres Lied von den Wissenschaftlern endete. Vielleicht war das ein Experiment. „Wie viel Geduld kann das Publikum aufbringen, um uns wieder zu sehen?“, mag eine zu untersuchende Fragestellung der Band gewesen sein. Dann hätte die das Berliner Publikum dieses Experiment nicht bestanden. Vielleicht war den Musikern auch einfach die Pizza zu lecker.

Jana Hauschild


Zurück zur Artikelübersicht