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GENESIS - Künstlerische Stehaufmännchen

Info

Autor: Chris Welch

Titel: Genesis – Story und Songs kompakt

Verlag: Bosworth Edition

ISBN: 978-3-86543-317-6

Preis: € 9,95

184 Seiten

Die Story und Songs kompakt-Reihe gibt eine Struktur vor, die in der Genesis-Ausgabe leicht variiert beibehalten wird. Grundsätzlich gilt, LP für LP, CD für CD wird jeder Titel besprochen. Die Genesis-Ausgabe erweitert das Konzept und strukturiert es differenziert.

Zu Beginn werden die Genesis-Studio-Alben besprochen: Es folgen die Live-Alben und Compilations. Dann kommen die Soloalben von Peter Gabriel, Phil Collins, Steve Hackett, Tony Banks, Mike Rutherford, Anthony Phillips und Ray Wilson. Es folgen die DVDs - erst Genesis, dann Gabriel, Collins, Hackett und Mike Rutherford.

Die Song für Song-Besprechung wird nur bei den Genesis-Studio-Alben und den ersten drei Live-Alben durchgehalten. Die weiteren Live-Alben, die Compilations, die Solo-Alben und die DVDs werden in toto mit Erwähnung wichtiger Tracks besprochen.

Welch bewertet die Genesis-Alben ähnlich wie Michael Fuchs-Gamböck und Thorsten Schatz, deren Genesis-Biographie in der vergangenen Ausgabe besprochen wurde. D.h.: Die in Prog-Kreisen häufige Abwertung der Alben, die nach dem Ausstieg von Peter Gabriel und insbesondere unter besonderem Einfluss von Phil Collins eingespielt wurden, findet nicht statt.
Im Gegenteil: Genesis werden dezidiert als eine Band gewertet, der es immer wieder gelingt, sich auf höchstem Niveau neu zu erfinden.
Die Bewertung der einzelnen Stücke wird dabei immer wieder durch Zitate von Tony Banks kommentiert.

Ärgerlich sind vor allem zwei Dinge.
Zum einen hat man das Buch bei der Übersetzung nicht an deutsche Verhältnisse angepasst. Chartpositionen werden grundsätzlich nur für die UK- und USA-Hitparaden angegeben. Bei dem Peter Gabriel-Solo-Alben werden die deutschen Versionen der Alben III und IV nicht einmal erwähnt.
Bei schlichten Übesetzern wäre das entschuldbar. Da mit Alan Tepper (Übersetzung) und Thorsten Pöttger (Überarbeitung und Aktualisierung) aber zwei kenntnisreiche Autoren des deutschen Prog-Magazin-Flagschiffes „eclipsed“ für die deutsche Ausgabe verantwortlich waren, ist das schlicht unverständlich.

Zum anderen ist der Index - vor allem im Vergleich mit anderen Story und Songs kompakt-Ausgaben - schlecht gemacht. Er enthält ausschließlich die LP-Tracks. Single-b-Seiten wie „Naiminau“ oder nur auf EPs erschienene Tracks wie „Match of the Day“ werden hier nicht erwähnt.
Während man in anderen Bänden der Reihe relativ schnell nachschlagen konnte, auf welchen Compilations man rare Tracks finden kann, bleibt dem Fan bei dem Genesis-Band nichts anderes übrig als die gesamten knapp 200 Seiten durchzublättern.

Norbert von Fransecky


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