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Things have changed - Bob Dylan in der Stadthalle Wien

Info

Künstler: Bob Dylan

Zeit: 27.10.2003

Ort: Stadthalle Wien

Man verzeihe mir, diesen Konzertbericht mit einem Songtitel Dylans zu übertiteln. Das kann jeder. Und doch drückt er so ziemlich alles aus, was man im Zusammenhang mit Dylan sagen kann. Keine Spur mehr von der Genialität die das Frühwerk des Songwriters durchzieht, die auch zu späteren Zeitpunkten immer wieder aufflammte (zuletzt auf "Time Out Of Mind").

Das Konzert war eigentlich eine Katastrophe. Was immer Dylan auch dazu bewegte, jeweils abwechselnd schnelle und langsame Nummern zu spielen, es hat keine Stimmung aufkommen lassen, und das gründlich. Wenn auch die Uptempo-Songs durchwegs von hohem Niveau waren, mitreißend außerdem ("Summer Days", "Tweedle Dum and Tweedle Dee", "Like A Rolling Stone"), waren die langsamen Nummern ausschließlich furchtbar. Mitsamt furchtbarem Piano und furchtbarer Mundharmonika.

Aber von Anfang an:
Bob Dylan spielte nach 2 Jahren wieder in Österreich, nach noch längerer Zeit das erstemal wieder in Wien (das letzte Mal 1999, glaube ich). Er begann das Konzert mit einem vielversprechenden "To Be Alone With You", nur um in der Folge alle Erwartungen zu enttäuschen.
Der Sound war ganz einfach billig, das Piano (denn solches spielt der Barde seit Herbst 2002 onstage) war zu laut, der Bass ohne Mitten, das Mikrophon klang schlimm.
Doch auch die Songs: ein Haufen entstellter, ausgespuckter Songtexte ohne Melodie, mehr oder weniger gut von der Band untermalt...

Bei den langsameren Nummern fand Dylan mit präziser Sicherheit die falschen Töne auf der richtigen Bluesharp, oder von vornherein nicht das richtige Instrument. Und das Klavierspiel, das Bob Dylan nicht beherrscht, zerstörte selbst ansonsten erträgliche Versionen von Songs wie "Don't Think Twice, It's Alright" (Akustisch) und "Most Likely You Go Your Way And I'll Go Mine" (funky-elektrisch).

Dass besonders die langsamen Songs unter der scheinbaren Unfähigkeit eines einstigen Meisters litten, ist leicht nachzuvollziehen. "Hattie Carroll" war dann auch die einzige Nummer, die überzeugen konnte.
Als schließlich die einigermaßen versöhnliche Zugabe "Like A Rolling Stone" und "All Along The Watchtower" ertönte, besserte sich die Stimmung etwas, aber da war das eineinhalbstündige Konzert auch schon vorbei. Das Schlimme dabei: Es tat mir eigentlich nicht leid.

Daniel Syrovy


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