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Artikel

THE CHURCH erklären sich über Metaphern

Info

Gesprächspartner: The Church

Zeit: 15.04.2006

Interview: E-Mail

Stil: Psych Pop

Unerwartet kommt dieses neue Album der australischen Psych-Popper nicht unbedingt, ist doch im Schnitt alle zwei Jahre mit einem neuen Lebenszeichen von The Church zu rechnen, das, jedes für sich betrachtet, eigentlich immer mehr einen Song wie “Under The Milky Way“, mit dem die Band von Nichteingeweihten heute immer noch identifiziert wird, relativiert. Denn The Church sind weitaus mehr, nämlich Harmonien, für die eine Band wie die Byrds zu ihrer Zeit mit Sicherheit ihr letztes Hemd gegeben hätten, und Stimmungen weitab jeglicher realitätsgesteuerten Hektik. So ist auch Uninvited, Like The Clouds ein Sonnenstrahl im Musicbiz-Alltag, auch wenn dieser nur allzu oft und vom Albumtitel schon angezeigt von bizarren Wolkenformationen verdeckt wird. In bedächtiger Coolness lässt man es wabern und war lange nicht mehr so emsig psychotic wie in einem Tune wie “Block“ oder gar dem großgestigen “Never Before“. Vergesst “Under The Milky Way“, denn mit “Unified Field“ und “Easy“ hat man wieder derart Songs im aktuellen Repertoire, denen auch das hitversprechende Singleformat überaus gut zu Gesicht stehen würde.

„Eigentlich war ‚Under The Milky Way‘ erst eine Single, als das Ding zum Hit wurde,“ relativiert Church Gitarrist Marty Willson-Piper. „Es ist wirklich hart für The Church, im europäischen Radio gespielt zu werden. Aber ich erinnere mich, dass Led Zeppelin einst dasselbe Problem hatten.“ Trotzdem wirkt aber gerade Uninvited, Like The Clouds poporientiert wie lange nicht. „Mmmh, die Musik hierauf entwickelte sich eigentlich auf dem gleichen Weg wie auf den letzten paar Platten und es gibt eigentlich überall einig paar zugängliche Songs. Aber es kann durchaus sein, dass man gerade wegen der etwas cleaneren Produktion die Stücke als mehr Song-orientiert wahrnimmt. Denn ein rauher Popsong kommt schon eher von einer weniger aufwendigen Produktion. Gerade ein Song wie ‚Song In Space‘ von ‚Forget Yourself‘ ist genau so prägnant und Pop-orientiert wie meinetwegen ‚Easy‘ vom neuen Album, er besitzt eben nur einen andersartigen philosophischen Ansatz. Okay, ‚Forget Yourself‘ ist nicht wirklich so zugänglich wie eben ‚Uninvited, Like The Clouds‘, aber wenn man sich intensiv mit beiden Platten beschäftigt, dann wird man feststellen, daß beide sowohl Pop Tunes als auch interessantere Stücke enthalten.“ Auffällig ist dennoch, dass man sich in Metaphern verstrickt. „Eigentlich erklärt sich etwas literarisches nicht immer absolut, nur durch Metaphern können wir hoffen, dass es sich auch erklären läßt“.

Uninvited, Like The Clouds ist wie ein erfrischender Frühlingsregen, der ohne Wolkenbildung so und in dieser Intensität überhaupt nicht möglich ist.

Carsten Agthe


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