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Artikel

LEYA - Mit dem längst fälligen Debüt ganz groß hinaus

Info

Gesprächspartner: Ciaran Gribbin (LEYA)

Zeit: 21.04.2006

Interview: Telefon

Stil: Art & Noise Pop

Es gibt wenige Platten, die gleich von Anfang an ein dermaßen intensives Gefühl hinterlassen wie dieses Debüt. Vielleicht Anywhens The Opiates oder The Good Will Out von Embrace. Das heißt, dass Watch You Don’t Take Off mit all seiner Melodramatik, Großherzigkeit und seinen Streichern ganz, ganz großes Kino ist. Hier ist der nie in den Kitsch abdriftende Pathos so tief, dass man darin versinken, mindestens aber knietief darin waten kann. Dabei überließen die Nordiren nichts dem Zufall, nahmen sie ihre Songs doch im gar nicht einmal so naheliegenden französischen Toulouse auf, ohne sich jedoch von dem hier anzutreffenden Flair beeinflussen zu lassen. Und die Vocals von Sänger Ciaran Gribbin, den wir an dieser Stelle auch vor das Aufnahmegerät bekommen, ist sowieso überaus einzigartig.

MAS:
Warum habt ihr als nordirische Band euer Debüt eigentlich im doch recht fernen Toulouse eingespielt?

Ciaran Gribbin:
Nein, nein, eigentlich haben wir eine Menge guter Studios hier. Es war einfach so, dass unser Management, was seinen Sitz in London hat, dieses Studio in Toulouse besitzt und es war für uns eine gute Sache, die Platte hier aufnehmen zu können, da wir so den Kopf frei hatten, uns ganz auf die Aufnahmen konzentrieren zu können. Wir waren so nicht in der Weise abgelenkt, als wenn wir das Album in einem Studio zu Hause aufgenommen hätten und hatten alles in allem eine wirklich gute Zeit hier. Dann das Studio war top, hatte einen Swimming Pool und jede Menge anderer Annehmlichkeiten, so dass es für uns einer Art Urlaub gleichkam. Obwohl wir uns selbst doch recht hart herannahmen, da wir letztendlich hier waren, um ein Album aufzunehmen.

MAS:
Um Coldplays „X & Y“ - Album als Basis zu nehmen, hätte „Watch You Don’t Take Off“ alles, was eine Platte dieses Kalibers braucht. Pathetische Momente, Elegische Melodien und das richtige Gespür für Dramatik. Was meint ihr, inwieweit euer Album diesbezüglich einschlagen wird?

Ciaran Gribbin:
Wir können nicht beeinflussen, inwieweit das Album Erfolg haben wird oder nicht. Aber wir werden alles daran setzen, dass es die Aufmerksamkeit zuteil wird, die es verdient. Das bedeutet, dass wir hart turen werden und es auch anderweitig promoten werden. Es steckt einfach zu viel Arbeit darin. Wir sind nun einmal auf einem Independentlabel, so dass wir nicht die Möglichkeiten für eine flächendeckende Promotion haben, wir auf einem Major. Aber das bewahrt uns einen Teil unserer Unabhängigkeit und für die nehmen wir den Rest gerne in Kauf. Wir befinden uns zur Zeit auf einer ausgedehnten Tour durch England und Schottland und es ist wirklich großartig, die Reaktionen seitens unseres Publikums auf unsere Musik zu sehen. Und das bestärkt uns, in eben dieser Weise auch weiterzumachen. Auch das Feedback auf unser Album und die bisherigen Rezensionen waren wirklich umwerfend, was uns zeigt, dass wir bis jetzt auch alles richtig gemacht haben.

MAS:
Ist es problematisch, die ganze Größe von „Watch You Don’t Take Off“ auch bühnenkompatibel zu machen?

Ciaran Gribbin:
Nein, eigentlich nicht. Wir waren auch vor dem Album ständig auf Tour. Und das schon vier, fünf Jahre, so dass wir allen Umständen gegenüber gewappnet sind. Immerhin handelt es sich bei „Watch You Don’t Take Off“ um unser Debütalbum und die Songs hierauf entstanden und entwickelten sich eben vor allem auf der Bühne. Wir haben akustische und elektrisch Verstärkte Blöcke und für die Strings heben wir ab und zu ein Streichquartett mit auf der Bühne. Es ist also absolut kein Problem für uns, die verschiedenen Aspekte des Albums auch live umzusetzen.

MAS:
Seid ihr rock- oder doch eher poporientiert?

Ciaran Gribbin:
Das Album ist nicht unbedingt Radiotauglich. Das liegt auf der Hand. Andererseits besitzt es genügend Popappeal, so dass es ein breites Klientel der unterschiedlichsten Hörer ansprechen könnte. Leya ist eben definitiv eine Album- und keine Singleband, so dass wir uns mit aller Macht auf Poptunes im Dreiminutenformat versteifen müssen. Es gibt einfach wichtiger Dinge für uns, wie das Miteinander verschiedener Musikstile, das wir fahren.

MAS:
Die Einflüsse gehen aber dann doch schon in Richtung Artrocker wie Radiohead, Mogwai und meinetwegen auch Coldplay, was ja auch hörbar ist?

Ciaran Gribbin:
Wie immer wechselt auch das tagtäglich. Aber Sachen wie Radiohead oder Jeff Buckley gehören schon zu unseren ständigen Favoriten. Aber es gibt so viele interessante Sachen, ob diese nun unter Pop, Rock oder auch Dance rangieren ist relativ unwichtig, so dass es schwierig ist, hier alles zu selektieren, was überaus wichtig für uns ist. Und da wir auch aus verschiedenen musikalischen Richtungen kommen, das heißt, jeder für sich einen unterschiedlichen Background besitzt, kann man Leya auch mit diesen verschiedenen Stilen festmachen. Wir spielen immerhin schon seit sechs Jahren zusammen und war nun auch notwendig, unser erstes Album zu veröffentlichen, was diese stilistische Entwicklung der Band quasi dokumentiert.

Carsten Agthe


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