····· Der urbane Underground Tel Avivs hat Malox hervor gebracht ····· 10 Jahre nach dem Debüt pressen Lovex Staub zu Diamanten ····· Luxusprobleme im Hause Black Space Riders - zu viel Material für ein Doppelalbum auf Lager ····· Beruhigen wollen Shotgun Valium eher nicht ····· Mit neuem Drummer erscheinen TXL auf zwei Festivals ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Artikel

Schwerer Zugang zu einer Legende - Steffan Chirazi präsentiert die offizielle METALLICA-Chronik

Info

Autor: Steffan Chirazi

Titel: So What! – Die offizielle Metallica Chronik

Verlag: Heyne Verlag, München 2004

ISBN: 3-453-12004-3

Preis: € ca. 30

294 Seiten

Der Zugang zu So what! ist mir schwer gefallen. Und das könnt ihr wörtlich nehmen. Rezensionsexemplare lese ich vornehmlich im Bett, auf dem Klo oder im Bus. So what! hat in etwa das Gewicht eines Telefonbuches und nahezu die Ausmaße der guten alten Vinyl-LP. Bus und Klo schieden daher von vorne herein aus. Das Lesen im Bett glich einer besonders perfiden Übung im Fitness-Studio.

Aber auch inhaltlich hatte ich Mühen. Herausgeber Steffan Chirazi macht sich nicht die Mühe, in das Leben von Metallica einzuführen. Er startet einfach - mit Beiträgen aus dem Metallica-Fanzine So what!. Historische Einführungen oder ähnliches sind überflüssig. Wer teures Geld für die offizielle Metallica Chronik So what! auf den Tisch legt, weiß schließlich Bescheid über das Entstehen seiner Helden.

Für “echte” Metall-Freaks ist So what! sowieso indiskutabel. Die offizielle Chronik beginnt m Grunde genommen mit dem Album Load, das der Bay Aera-Band den Spottnamen „Countryllca“ eingetragen hat. Die Zeit, in der die Alben entstanden sind, die den Ruhm von Metallica als einer der wichtigsten Metalbands begründet haben, spielen in dieser Chronik überhaupt keine Rolle.

So what! ist dennoch eine spannende Lektüre. Zentrum des edel aufgemachten Buches sind fast therapeutische Gespräche, die Herausgeber Chirazi mit den Musikern geführt hat. Stärken und Schwächen, Hoffnungen und Ängste, Konflikte und Gemeinschaftsgefühle einer der erfolgreichsten Metalbands aller Zeiten werden unmittelbar und schonungslos präsentiert.

Metallica lassen die Hosen runter, oder genauer: die späten Metallica lassen die Hosen runter, könnte das Motto dieses Buches sein. Und man lernt Metallica lieben. Bei mir hat es intensive ebay-Aktivitäten ausgelöst, da mein Metallica-Bestand bislang eher dünn war. Und was für eine bessere Empfehlung könnte es für eine Band-Biographie geben.

Norbert von Fransecky


Zurück zur Artikelübersicht