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FIDDLERS GREEN im Trockenen

Info

Künstler: Fiddlers Green

Zeit: 04.12.2004

Internet:
http://www.fiddlers.de

(04.12.2004, Würzburg - Cafe Cairo)

Wer selbst in Sachen "sommerlicher Badespass" etwas anders sein wollte als all die anderen, war am 23.07.2004 in Wertheim zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Dort stieg an besagtem Termin in einer hübschen mittelalterlichen Location die Premiere des Burgrockfestivals, und das Billing mit Bands wie The Amber Light, Eric Fish oder Fiddlers Green schien einen netten Abend im Zeichen der handgemachten Musik zu versprechen. Es hätte alles so schön sein können, doch die Frau des Wettergottes hatte ihrem Gemahl an besagtem Tag wohl das Betthupferl entzogen und dieser öffnete darauf vor Zorn alle Wolken Unterfrankens, was ein Unwetter sondergleichen zur Folge hatte. Unter diesen Bedingungen galten die Gedanken der Fans bzw. des heutigen Headliners in diesem Moment verständlicherweise eher der eigenen Sicherheit statt etwaigem Musikgenuss, und so musste das Event genau vor dem Fiddlers Green-Gig abgebrochen werden.

Ganz ohne die sympathischen Franken geht es aber auch nicht, und so holte die Band zwei Tage vor dem Nikolausfest, quasi als vorzeitige Bescherung, dieses Konzert in Würzburg nach. Alle Fans, die in Wertheim in den Genuss der gewaltigen Himmelsdusche gekommen sind, hatten zu diesem Ereignis erfreulicher Weise freien Eintritt. Die relativ kleine Location war deshalb natürlich bis auf den sprichwörtlich letzten Platz gefüllt, was quasi automatisch für eine angemessene Konzertstimmung sorgte. Leider konnte der Veranstalter des Burgrockfestivals seine damalige Ankündigung nicht wahrmachen und so gab es statt dem in Wertheim ziemlich umjubelten Eric Fish leider überhaupt keinen Support-Act, doch spätestens als Deutschlands wohl beste Folkrock-Band die winzige Bühne des Cafe Cairo`s betrat, war dieser Umstand auch schon vergessen.

Das Sextett weiß eben, wie man eine ausgelassene Folkrock-Party feiert. Die ausgewogene Setlist, bei der neben eigenen Hits auch jede Menge traditionelle Stücke zum Zug kamen, sowie das Bandmaskottchen, das ab "seiner Hymne" "Folk Raider" sein Unwesen trieb, sorgten dafür, dass wohl keiner der Anwesenden ruhig auf seinem Platz stehen blieb. Zu den leckeren musikalischen Spezialitäten, bei denen es seit Beginn der Tour nicht allzuviele Änderungen gegeben hat, stellte die heute sichtbare Motivation der Musiker das I-Tüpfelchen dar, und wer bei den spaßigen Ansagen von Peter Pathos kein kurzes Grinsen fertigbrachte, dem war wohl überhaupt nicht mehr zu helfen.

Songtitel wie "Shut Up And Dance" und "Celebrate" konnte man am heutigen Abend wörtlich nehmen und die Zeit mit den Jungs aus dem Nürnberger Raum verging einfach viel zu schnell. Spätestens nach der letzten Zugabe trauerte man dem fehlendem Vorprogramm doch ein wenig nach, denn dadurch musste man sich zwecks Zeitersparnis noch ein paar Gedanken über die weitere Abendgestaltung machen. Außerdem hat es wieder einmal nicht geklappt, einen gewissen Folk Raider-Song in der Orginalversion livehaftig zu genießen, da Eric Fish, Anwesenheit vorausgesetzt, sicherlich auch auf der Bühne wie im Studio eine Strophe übernommen hätte. Schade, aber ansonsten gab's nix zu meckern und trocken blieb man zudem. So eine überdachte Location hat eben doch gewisse Vorteile.

Manuel Liebler


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