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RAGE brilliert in lauwarmer Zeche

Info

Künstler: Rage

Zeit: 09.12.2004

(Zeche Bochum, 09.12.2004)

Nachdem Deadsoul Tribe mit ihrem progressiv-düsteren Metal die Fans bereits vorgeheizt hatte - wir bekamen leider kaum etwas mit von dem Gig, da wir noch im Interview mit Peavy Wagner waren - wartete die ganze Halle auf Rage. Die zweite Vorband The Ordeal, die in der Schweiz zum Tross hinzugestoßen ist, spielte heute leider nicht. Die Wartezeit wurde unterdessen mit Beschallung aus der Konserve und einer großen Leinwand verkürzt, die neben Features der neuen DVD auch ein brandneues Video mit Szenen aus dem "Schuh des Manitu" zeigte. Bis es das Stück auf MTViva zu bewundern gibt wird es aber noch etwas dauern, da zur Zeit noch nicht alle Rechte abgeklärt sind.

Als Rage wenig später die Bühne entert machen die Jungs direkt ernst und beginnen mit "Don't you fear the Winter", dem Band-Klassiker schlechthin. Die ersten Reihen gehen sofort gut mit und nehmen auch die Songs der neueren Alben wie "Soundchaser", "Set this World on Fire", "Down" und natürlich das aus den Bully-Filmen bekannte "Straight to Hell" dankbar auf. Ansonsten ist es jedoch relativ ruhig in der Zeche, zwar sind keinerlei enttäuschte Gesichter auszumachen, die Stimmung in weiten Teilen der Halle ist dennoch eher lauwarm.

Nach wenigen Stücken kündigt Peavy "Unity" an, das Instrumentalstück, das den Bandmitgliedern Platz zum Solieren geben soll. Das tun sie denn auch: Victor Smolski brilliert unter lautem Jubel an der Gitarre, man merkt ihm kaum an, dass er krankheitsbedingt noch sehr angeschlagen ist. Den Vogel schießt wieder Mike Terrana ab, an dessen ellenlangen Schlagzeugsoli sich die (meisten) Fans bereits gewöhnt haben. Technisch zwar ohne Frage genial und für jeden Schlagzeuger im Publikum wahrscheinlich so etwas wie eine Audienz beim Papst für den gemeinen katholischen Christ, für Normalsterbliche können diese Soli allerdings schonmal sehr sehr lang werden. Die Fans in der Zeche gaben sich jedoch sehr wohlwollend und wurden von Terrana dafür mit einigen Entertainereinlagen belohnt. Etwa, wenn er Tiergeräusche von sich gibt und dazu erzählt, er sei von Affen großgezogen worden. Oder wenn er sich zusätzlich zu seinen Boxershorts einen aluminiumfarbenen Umhang um die Schulter hängt, wie ein brünftiges Reh über die Bühne hüpft und dabei fröhlich verkündet, er sei ein Superheld. Tja, "the sexiest drummer in the universe" eben!

Wirkliche Stimmung jenseits der ersten paar Reihen kam erst gegen Ende des regulären Sets auf, als Peavy den Klassiker "Sent by the devil" anstimmt. Inzwischen ist auch der erste und einzige Stagediver des Abends durch die Zeche geschwebt, nachdem sein einziger Vorgänger bereits sehr früh wieder auf dem Boden der Tatsachen landete - behaupten wir mal, es habe an der geringen Publikumsdichte und nicht am eigenen Körpergewicht gelegen.

Die Zugabe läutete Rage mit "Orgy of Destruction" ein, dem Intro des letzten Studioalbums, gefolgt von "War of Worlds", "Firestorm" und "Higher than the Sky". So kam am Schluss ein Best-of Programm mit Songs aus jeder Phase heraus, und fast alle Bandklassiker waren vertreten (hier und da wurde allerdings "Enough is Enough" vermisst). So muss das sein auf einer 20-Jahre-Jubiläumstour, Daumen hoch!

Hendrik Stahl


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