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25 Years after - Mein Leben mit der CD; Folge 64: Paul McCartney - Figure of Eight

Dieses Mal war sofort klar, welche CD ich für meinen 25 Jahre Rückblick wählen muss. Am 13. Juli 1991 habe ich die relativ unbedeutende CD-Single Figure of Eight von Paul McCartney für 2,95 holländische Gulden in Winschoten erworben. Meine 462ste CD war die erste CD, die ich außerhalb der Grenzen Deutschlands erworben hatte – auch ein Hinweis darauf, dass ich in den ersten 30 Jahren meines Lebens kaum im Ausland war. Eine Jugoslawien / Ungarn Reise (Da gab es in den späten 80ern noch keine CDs zu kaufen. Ich musste mich mit einigen Musik-Cassetten u.a. von Pink Floyd und Style Council begnügen.) ausgeklammert, waren alle meine Auslandserfahrung so wie dieser Besuch in Winschoten – nur ein kurzer Sprung über die Grenze.

Aber dieser Besuch im Winschoten ist mit einer netten Geschichte verbunden. Eine ehemalige Klassenkameradin meiner Freundin aus Celle verbrachte die gesamten Sommerferien auf Zypern und hatte meiner Freundin, die selber einige Jahre in Celle gelebt hatte, ihre Wohnung zum Einhüten zur Verfügung gestellt. So waren wir für mehrere Woche mit Sack und Pack, Chinchilla, Papagei und Fahrädern in ein altes Fachwerkhaus in Celle eingezogen.

Einer meiner besten Freunde hatte mich zu seiner Hochzeit eingeladen – irgendwo im ostfriesischen Niemandsland bei Leer. Hochzeitsgarderobe hatte ich nicht dabei und so entschlossen wir uns auf der Fahrt nach Ostfriesland irgendwo Stop zu machen, um eine vernünftige Hose und ein Sakko zu kaufen. Unsere Wahl fiel auf das am Stadtrand von Bremen gelegenen Delmenhorst, an dem uns unsere Fahrt auf der B27 und B28 vorbei führte. Nach einer halben Stunde vergeblichen Herumkurvens in einer Stadt, die offenbar hauptsächlich aus Einbahnstraßen und Parkverbotszonen besteht, fuhr ich genervt in ein Parkhaus, was ich in der Regel vermeide, da ich es absolut nicht liebe etwas für das Parken zu bezahlen.

Dieses Parkhaus schien irgendwelche metallenen Gitter zu besitzen, die beim Drüberfahren laut schepperten, dachte ich mir, als ein entsprechendes Geräusch erklang. Und dann gleich noch eins. Aber dieses Mal kam das Geräusch merkwürdigerweise irgendwie von oben. Komisch?!?

Und plötzlich hatte ich die Antwort – und der Fuß stand wie ein Hammer auf der Bremse. Normalerweise ist die Einfahrt in ein Parkhaus eine recht unproblematische Sache. Wenn man allerdings bei dem Versuch der Einfahrt vergisst, dass man zwei Fahrräder auf dem Dachgepäckträger stehen hat, fangen die Probleme erst richtig an. Glücklicherweise war das Parkhaus genauso tot, wie die Delmenhorster „Innenstadt“. Ich konnte gut zurücksetzen, die Fahrräder bergen und die Einfahrt räumen, ohne irgendwen zu behindern.

Seit diesem Tag waren die Standschienen unseres Fahrradgepäckträgers merkwürdig verbogen. Im Dach unseres Autos waren einige spitze Dellen. Und die Fahrräder haben wir einfach neben dem Parkhaus angeschlossen, um sie auf dem Rückweg wieder abzuholen. Die Gabeln waren angebrochen und heftigst verbogen. An Fahrradtouren im ostfriesischen Flachland war nicht zu denken. Dadurch war Zeit für einen Ausflug über die holländische Grenze ins nahe gelegene Winschoten, womit wir wieder am Beginn dieser Kolumne waren.

Als PS zwei Positiva. Eine leichte dunkelblaue Sommerhose und ein dazu passendes hellgrünes Jackett waren schnell gefunden. Ich habe sie trotz der Umstände bei ihrem Kauf lange und gern getragen. Und die Fahrräder waren von einem kleinen Celler Schrauber schnell wieder betriebsbereit gemacht worden.

Norbert von Fransecky


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