····· Loreena McKennitt veröffentlicht zwei weitere Alben auf Vinyl am 07. April! ····· U2 feiern 30 Jahre The Joshua Tree ····· 2Cellos machen Game of Thrones Soundtrack zum überwältigenden Klangerlebnis ····· Die zweite EP der Scoops kommt Anfang April ····· Monster Truck zusammen mit Deep Purple auf Tour ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Artikel

EUROPE im Nürnberger Löwensaal

Info

Künstler: Europe

Zeit: 29.10.2004

Internet:
http://www.europetheband.com

Im Gegensatz zum umjubelten Headliner-Gig auf dem diesjährigen Sweden-Rock-Festival, wo sich namhafte Bands wie Nightwish oder In Flames im Vorprogramm tummelten, wurden an ebenjenem Freitag im Nürnberger Löwensaal, der wie immer den Charme einer Schulaula versprühte, etwas kleinere Brötchen gebacken. Da zudem noch die Norddeutschen Power-Metaller Mob Rules kurz vor Tourstart aus unbekannten Gründen vom Billing abgesprungen sind, mussten Europe die Deutschland-Konzerte im Alleingang bestreiten bzw. ohne Supportact auskommen, was im Endeffekt gar nicht allzu tragisch war, da das bunt gemischte Publikum größtenteils nicht unbedingt so wirkte, als ob sie melodischen Schwermetall etwas abgewinnen könnten.

Ohne großes Vorgeplänkel tauchten also die Helden des heutigen Abends zu relativ früher Stunde vor dem überdimensionalen Europe-Banner auf und starteten ihr Set mit dem recht grunge-lastigen "Got To Have Faith" vom neuen Album "Start From The Dark". Dies sollte selbstverständlich nicht die letzte Nummer vom neuen Werk an diesem Abend sein, denn mit "Flames", "America", "Wake Up Call" und der Ballade "Hero" tummelten sich gleich fünf Tracks des aktuellen Longplayers im regulären Programm der schwedischen Hardrock-Veteranen. Allein anhand dieser Tatsache konnte man sämtliche Gerüchte, dass die Schweden mit ihrem Comeback nur noch einmal den großen Reibach machen wollten, getrost ins Land der Fabeln verweisen, denn Joey Tempest und Co. wollten es tatsächlich noch einmal wissen. Auch optisch wirkte die Band, als ob sie vor kurzem zu Gast bei einem Jungbrunnen war und vor allem Frontmann Mr.Tempest wäre heute noch ein aussichtsreicher Gold-Kanditat im Rockstardreikampf (Singen, Posen, Mikrofonständerturnen), falls diese Disziplin nicht nur in meinen Wunschträumen existieren würde. Diese Verhaltensweisen waren natürlich genau nach dem Geschmack der zahlreich vorhandenen weiblichen Fans, die sich hauptsächlich mit bizarren Tanzbewegungen, vergewaltigen ihrer Foto-Handys oder gellenden "Jooooeeeeyyyyyy"- Schreien bei Laune hielten.
Das Ganze erinnerte stark an ein Rockkonzert in den guten 80er Jahren und da durften natürlich auch Europe-Evergreens wie z.B. "Wings Of Tommorow", "Carrie" oder "Let The Good Times Rock", die livehaftig um einiges eindrucksvoller als die glattpolierten Albumversionen klangen, nicht fehlen. Um die Sache abzurunden wurden noch je ein glücklicherweise relativ kurz(es)(weiliges) Schlagzeug bzw. Gitarrensolo beigefügt und vielleicht war dies das letzte benötigte Puzzleteilchen um schon zum Ende des offiziellen Teil des Gigs, auch ohne Pyroeffekte und anderen Firlefanz, sämtliche Erwartungen an eine gelungene Hardrock-Show zu erfüllen.

Dass der erste Song des Zugabenblocks der Titeltrack des neuen Albums "Start From The Dark" sein sollte, hätten wohl eher nur Europe-Insider erraten, doch beim allerletzten Song dieses Abends wusste natürlich jeder schon im voraus was die Stunde geschlagen hatte. Das vom überwiegenden Teil des Publikums heißersehnte "The Final Countdown" war an der Reihe, die Menge feierte diese Hymne dementsprechend euphorisch ab und selbst meine Wenigkeit, dem dieses von diversen Coverbands und Radiosendern totgespielte Liedchen eigentlich mittlerweile zum Hals hinaushängt, konnte der feinen Version der Orginalinterpreten richtig etwas abgewinnen.
Da die Stimmung nach diesem Jahrhundertsong einfach nicht getoppt werden konnte, war vom anwesenden Volk auch niemand sonderlich darüber verbittert, dass anschließend Schicht im Schacht war und die Party in den Discos bzw. Kneipen der Frankenmetropole fortgesetzt werden musste. Dank fehlender Vorband hatte man dazu zum Glück noch genügend Zeit zur Verfügung, die wir MAS-Abgesandte selbstverständlich noch ausgiebig nutzten. Doch dies ist eine andere Geschichte...

Manuel Liebler


Zurück zur Artikelübersicht