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Artikel

Die Gotteskämpfer Ancient Prophecy haben einen langen Atem

Info

Gesprächspartner: Ancient Prophecy

Zeit: Februar 2016

Ort: Berlin - Hessen

Interview: E-Mail

Internet:
http://www.ancientprophecy.de

In den ganz frühen Tagen der MAS hatte Norbert von Fransecky ein Album der christlichen Rockband Ancient Prophecy besprochen. 170(!) Ausgaben später erscheint seine Review zum aktuellen Album Pounded by our Sins, das die Band selber als Ihr Debüt bezeichnet, da sie in Days of Doom eher ein Demo sieht. Eine Band, die zwischen Demo und Debüt gut 14 Jahre verstreichen lässt, ist natürlich ein interessantes Thema. Und da die Band dann auch noch aus dem christlichen Bereich stammt, konnte nichts mehr unsern Chef halten. Aber die tapferen Christenmenschen haben sich gelassen seinen inquisitorischen Fragen gestellt.
Eine engagierte Truppe, bei der sämtliche Bandmitglieder neben der "Bandmeinung" (A.P.:) immer wieder auch eigene Ergänzungen ins Gespräch einflechten.


MAS: In meiner Review zu Eurem aktuellen Album `Pounded by our Sins´ habe ich Euch als Musikrichtung das Etikett White Battle Metal verpasst. Könnt Ihr damit leben?

A.P.: Nun ja, das hätten wir zwar so niemals benannt. Doch wenn man die sich die Texte genauer anschaut, geht es ja häufig um den geistlichen Kampf, aber nicht gegen Menschen, also nicht gegen Fleisch und Blut. Das sollte auf jeden Fall erwähnt werden!

MAS: Wer sich eure Texte durchliest, begegnet einem sehr zugespitzten Weltbild. Die Welt erscheint bei Euch als bedrohlich, als Sündenpfuhl, der es anscheinend auf nichts mehr anlegt, als darauf, Christen von ihrem einmal gewählten Weg abzuhalten. Wie kommt Ihr zu einer solchen Weltsicht?

A.P.: Nun wir sind alle wiedergeborene Christen, die den Glauben an Jesus Christus, den Sohn Gottes, und sein Wort, die Bibel, sehr ernst nehmen. Darin sagt Gott, dass es keinen Menschen auf der Welt gibt, der aus selbstgerechten Werken vor Ihm bestehen kann. Wir leben alle unter dem Fluch der Sünde und befinden uns im Machtbereich des Satans, des Herrschers dieser irdischen Welt. Es ist sein Ziel, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, die Menschen von einer persönlichen Beziehung mit Gott und der Erlösung durch Jesus Christus abzuhalten.

MAS: Man hört aus mehr als einem Song eine regelrechte Qual heraus, verwurzelt in dem Bewusstsein, dass man mit seinem Versuch als Christ zu leben, permanent scheitert. Das ist zwar sicher nicht falsch, aber verkehrt diese Zuspitzung nicht die gute Botschaft, das Evangelium, dass mit Jesus die Erlösung von den Sünden gekommen ist, nicht geradezu in ihr Gegenteil?


A.P.: Aber nein, das denken wir nicht. Ganz im Gegenteil, wir sind einfach ehrlich zu uns, zu Gott und zu unseren Hörern. Wir beschreiben unsere tiefsten Gefühle und inneren Kämpfe unzensiert, damit der Hörer sich persönlich angesprochen fühlt und damit identifizieren kann. Auch wir von Ancient Prophecy sind natürlich keine Heiligen, wissen aber um die Möglichkeit und Zusicherung der Vergebung durch das für unsere Schuld vergossene Blut Jesu, welches wir in unseren Texten besingen. Es ist allerdings eine unumstößliche Tatsache, dass wir dennoch täglich sündigen und gegen die Mächte der Finsternis kämpfen.
Doch wir sind nicht allein, sondern gerettet bis in alle Ewigkeit! Die Konsequenz der Sünde, nämlich der Tod (getrennt sein von Gott) kann uns nicht mehr schaden. Allerdings geben wir zu, dass unserer Texte mehr von schweren Zeiten erzählen, als von fröhlichen Momenten. Ein Ziel zukünftiger Texte könnte es sein, mehr auf Gottes Charakter und Eigenschaften bzw. auf seine wunderbaren Zusagen einzugehen, an denen wir Christen uns erfreuen dürfen. Dadurch würden wir inhaltlich sicher ausgewogener erscheinen,

MAS: Eure Texte repräsentieren eine theologisch sehr deutlich konservative, um nicht zu sagen evangelikale Ausrichtung. Wenn man dann noch liest, dass Ihr aus Wetzlar kommt, wo der evangelikale Evangeliumsrundfunk seinen Sitz hat, fragt man sich inwieweit ihr in der evangelikalen Szene verwurzelt seid.

A.P.: Hahaha, das ist reiner Zufall (oder gibt es den gar nicht?). Es hat sich damals einfach so ergeben. Mit dem Rundfunk hat dies gar nichts zu tun. Wetzlar dient eher als zentraler Treffpunkt aller Bandmitglieder. Immerhin wohnen alle an den verschiedensten Orten. Wir würden unsere Formation am liebsten als christliche Band beschreiben. Wir sind Menschen, die mit Gott in einer lebendigen Beziehung leben und geben diese Erfahrungen in unseren Texten gerne an andere Menschen weiter.

MAS: Habt Ihr eine missionarische Zielsetzung?

Gitarrist Florian Kraus

A.P.: Na klaro! Zu diesem Zweck wurde die Band 1996 gegründet. Es ist unser innerster Wunsch, dass alle Menschen, die unsere Musik (Texte) hören, tief im Inneren von der Kraft des Heiligen Geistes angesprochen, von ihrer Sünde überführt und in eine rettende und liebevolle Beziehung mit Gott dem Vater kommen können.

Florian: Ich denke schon lange darüber nach, welche Themen in zukünftigen Texten noch verarbeitet werden können. Derzeit beschäftige ich mich immer wieder mit der Thematik „Evolutionstheorie“. Dieses Thema bewegt mich sehr. Es gibt viele gute, leider unpopuläre Gedanken aus den Wissenschaftszweigen der Informatik, der Biochemie oder Mathematik, welche eine klare Position gegen diese Theorie bieten. Viele wissen das nicht, und ich würde gerne diese Gedanken selbst erst einmal einordnen, nachvollziehen und anschließend zu Texten und Songs verarbeiten. Möglicherweise könnte man ein Konzeptalbum daraus erstellen. Mein Anspruch wäre es, die benutzen Quellen im Booklet anzugeben. Ob dies gelingt, wird die Zeit zeigen.

Tobias: Ich schreibe meine Texte in Anlehnung an das, was mir mein Glaubensleben serviert. Es ist nun mal so, dass du als Christ nicht immer Sahnetorte auf dem Teller hast. Es ist sogar oft so, dass trockenes Brot auf dem Plan steht. Es ist mir persönlich sehr wichtig, den Menschen durch meine Texte zu zeigen, dass selbst durch das dunkelste Lebenskapitel, Gottes Licht scheint, wenn man es denn zulässt. Deshalb werden meine Texte mal düster ausfallen, mal nachdenklich, mal weltkritisch, oder wie jüngst auch sehr fröhlich. Auf jeden Fall aber dankbar und voller Liebe für das, was Gott mir in meinem Leben schenkt. Und so ist das, was der Hörer dann lesen und hören kann, nicht wie so oft einfach ein schön erdachter Text, sondern zu 100% Tobias. Es ist ein Aufruf, meine Beziehung zu Jesus mitzuerleben.

MAS: Könnt Ihr etwas zu der Verankerung von Euch, als Band und als Einzelpersonen, in kirchlichen Bezügen sagen?

Lynn: Ich bin in einer FEG-Gemeinde aufgewachsen. Später war ich Mitglied in der Stadtmission und eine Zeit lang bei den Jesus Freaks. Zurzeit gehöre ich keiner Gemeinde an und lebe einfach mit Gott in der tiefen Erkenntnis der Vergebung und der Freiheit, zu welcher mich Christus berufen hat. Dennoch bin ich froh schon als sehr junger Mensch von der Wahrheit und Liebe Jesu, sowie seiner Vergebung erfahren zu haben. Dies und meine persönlichen Erlebnisse in dieser Beziehung sowie das Lesen in der Bibel haben mich zu einem mündigen Christen gemacht.

Tim: Ich komme aus den USA und bin in der Christian and Missionary Alliance aufgewachsen. Ich habe seitdem durch viele Umzüge Erfahrungen mit vielen christlichen Gemeinden bzw. Kirchen in allen möglichen „Geschmacksrichtungen“ gesammelt. Wichtig für mich ist es, dass Jesus als Retter verkündigt wird, die Bibel als Gottes Wort betrachtet, der Heilige Geist als stetige Tröster und Begleiter jedes Gläubigen angesehen wird. Wenn eine Kirche bzw. Gemeinde dies tut, bin ich damit zufrieden. Ich besuche regelmäßig und unterstütze finanziell die International Baptist Church in Gießen, eine englischsprachige Gemeinde. Ich bin aber kein offizielles Mitglied. Ich habe ein Bachelor in Alten Sprachen und lese regelmäßig die Bibel sowohl in meiner Muttersprache, als auch in Deutsch, Spanisch und den Originalsprachen der Bibel (Koiné-Griechisch, Althebräisch, Altaramäisch). Lebte ich in der Zeit Jesu, würde Er mich eventuell als Schriftgelehrten beschreiben. Vor allem aber hoffentlich auch als seinen Jünger, denn ich habe noch viel mehr von Ihm zu lernen!

Florian: Nach meinem Umzug in die Nähe meiner neuen Arbeitsstelle musste ich zwangsläufig eine neue Gemeinde finden. Gott ermöglicht mir heute den regelmäßigen Besuch einer Gemeinde in meiner Nähe. Ich brauche den Austausch mit meinen Geschwistern im Glauben zur Korrektur mancher falscher Glaubensansätze, die sich ohne Reflektieren und Durchdenken gerne einschleichen. Das Gottesbild eines Christen unterliegt einem ständigen Wandel, weil mit zunehmender Lebenszeit und dem zunehmenden Wissen über Gott die eigenen (manchmal auch falschen) Sichtweisen über Gott erfrischt, erneuert oder auch mal komplett verworfen werden. Den größten Anteil dieser Erfrischung haben die Predigt und der Austausch mit engsten Glaubensfreunden gerade in sog. „Hauskreisen“ (wöchentliches Treffen bei anderen Leuten aus der Gemeinde, um in der Bibel zu lesen und Gedanken zum Text auszutauschen). In meiner Gemeinde erlebe ich eine sehr wertschätzende und liebevolle Atmosphäre vor, die mich schon früh anzog.

Sängerin Jaqueline Kunz

Jacki: Ich persönlich gehöre der Evangelischen Kirche (Bad Endbach) an, habe dort lange Zeit in der Jugendarbeit (Quo Vadis - Jugendkirche) mitgeholfen und tue dies, soweit es mir die Zeit erlaubt, auch heute noch.

Tobias: Am Anfang stand ganz klar die seitens der Eltern geprägte Phase von Gottesdienstbesuchen in unserer örtlichen Freien Evangelischen Gemeinde im Vordergrund, also den typischen Gottesdiensten am Sonntag. Nichts desto trotz war der Gang in die Gemeinde immer mit einem Zwang verbunden. Weil wir als Kinder dorthin mussten, bildete sich bei mir mit zunehmendem Alter eine immer größere Gegenwehr gegen diese Besuchspflicht, die schließlich in einer totalen Verweigerung als Teenager mündete. Dieser Zwang brachte eine unglaubliche Wut in mir hervor und trieb mich nur weiter von Jesus weg.
Irgendwann wurde ich dann von einem Freund aus der Gemeinde auf das EC Camp in Flensungen eingeladen. Ich weiß bis heute nicht, warum ich zugesagt habe, wollte ich doch damit eigentlich so gar nichts mehr zu tun haben. Und dann geschah das, was ich nur als Gottes unmittelbares Wirken erklären kann. Am zweiten Abend ging es in der Andacht darum, dass wir oft mit der Kirche als Machtinstrument konfrontiert sind, das immer mit dem Daumen von oben herab auf uns einredet! DU MUSST,DU DARFST NICHT, DU BIST VERLOREN, WENN DU NICHT …!!!

Das traf bei mir genau ins Schwarze. Anschließend ging es darum, dass Jesus nicht so ist. Da wurde ich hellhörig. Denn wenn das stimmt, dann wäre alles, was ich bis dahin am eigenen Leib erfahren habe falsch gewesen. An diesem Abend durchlebte ich während des Gottesdienstes so einige Höhen und Tiefen. Jedoch fasste ich den Entschluss, es noch einmal mit dem Glauben zu versuchen. Wenn Jesus wirklich so anders ist, dann wollte ich ihm die Chance geben dies unter Beweis zu stellen. Wie man heute lesen kann, ist Ihm das gelungen. Und die vollständige Geschichte? Die kann man in meinen Texten nachlesen.

MAS: Verlassen wir mal den theologischen Bereich. Als Ihr mich kürzlich wegen des Erscheinens Eurer neuen CD kontaktiert habt, lagen 14(!) Jahre zwischen unserm Erstkontakt und der Besprechung des damaligen Demos. Was habt Ihr in den 14 Jahren zwischen dem Demo und der Debüt-CD musikalisch gemacht – mit und jenseits von Ancient Prophecy? Lag die Band völlig auf Eis?

A.P.: Wir sprachen ja am Anfang von den täglichen inneren Kämpfen sowie von Leid und Qual. Der Grund warum, es vom ersten Demo Days of Doom 1999 bis hin zum aktuellen Album Pounded by our Sins bis 2015 gedauert hat, lag hauptsächlich an den ständigen Besetzungswechseln. Kaum hatten wir neues Material einstudiert verließen uns maßgebliche Mitglieder (meistens unsere Sängerin). Nun fallen weibliche Sänger und Sängerinnen, welche eine für diese Musikrichtung ausgeprägte Stimme besitzen, nicht gerade vom Himmel (Was man bei einer christlichen Band ja annehmen sollte). Zumal wir unsere Ausrichtung primär der Verkündigung der „Frohen Botschaft“ gewidmet haben. Dieses Engagement, eine Verlässlichkeit sowie eigenständiges Arbeiten sind rar gesät, sodass eben nicht jede potentielle Kandidatin gleich in Frage kam. Wurde eine gefunden, ist sie eingearbeitet worden. Anschließend verließen sie uns dann doch wieder aus den unterschiedlichsten Gründen. Das galt auch für einige Gitarristen. Somit standen wir immer öfter wieder bei fast Null und begannen mit neuer Hoffnung von vorne. Aufgrund dieser langen Reise ist es ausschließlich Gottes Gnade zu verdanken, dass es uns immer noch gibt und unser Feuer der Begeisterung für unsere Band noch nicht erloschen ist. Seit 2012 haben wir durch unsere neue Sängerin Jacki Kunz mit ihrer außergewöhnlichen Stimme und Ausdruck auf der Bühne erneut Hoffnung gewonnen und konnten endlich unser erstes full-length-Album veröffentlichen (Eigenproduktion, sowie Vermarktung). Wir wünschen uns noch lange mit Jacki zusammen arbeiten zu können.

Das Demo Days of Doom von 1999

MAS: 2001 waren bei Euch Gothic und Doom zumindest zum Teil prägend. Heute höre ich davon kaum noch was. Ich denke oft eher an Manowar und Co. Wie kam es zu dieser Veränderung? Generell hat man nicht das Gefühl, dass euch die Musik der Jahre 2000+ groß beeinflusst hat? Oder siehst Du irgendwo modernere Ansätze?

A.P.: Du hast Recht, mit den Anfängen unserer musikalischen Reise in den damaligen Gothic Gefilden hat unsere neue CD nichts mehr zu tun. Dennoch sind uns die orchestralen und virtuosen klassischen Keyboard-Arrangements auf dem neuen Album sehr wichtig gewesen, welche bis auf „Metal is still alive“ und „Look in to my Soul“ von unserem ehemaligen Keyboarder Daniel Jung stammten.
Die Keyboard-Arrangements neuer Songs werden sich daher mit Sicherheit maßgeblich verändern. In den Anfangszeiten seit 1996 wurde der Stil hauptsächlich von unserem damaligem Sänger Daniel Keck (einer der beiden Gründungsmitglieder) geprägt. Gesanglich und von den Keyboards unterstrichen waren die Strophen eher getragen. In den unzähligen instrumentalen Zwischenparts, Bridges und Soli preschten die Instrumente dann rhythmisch und verspielt nach vorne. Das Hauptaugenmerk lag bei uns aber immer auf den weiblichen Vokals, welche von Andrea Busch (Days Of Doom) mit ihrer wandelbaren Alt-Stimme perfekt umgesetzt wurde.
Der eigene Ansporn, neue Spieltechniken zu erlernen sowie das Hören unterschiedlicher Metal-Stile, veränderten unsere Songs stetig.
Wir hatten das Ziel, möglichst nicht in irgendwelche Musikschubladen gesteckt zu werden und komponieren bis heute immer noch nach freiem Ermessen. Wenn es Prägungen in unserer Musik durch Metal-Stile ab 2000 + gegeben hätte, würde man sie ohnehin erst im nächsten Album hören. Und so viel kann gesagt, werden - das nächste Album wird neue Prägungen mit sich bringen!

MAS: Wo liegen die Wurzeln der Band? Wie hat alles angefangen? Was waren Eure ersten Vorbilder?

A.P.: Wir kommen ja alle aus sehr unterschiedlichen Metal-Stilrichtungen. Beeinflusst beim Schreiben der Songs der Demo CD wurden wir mit Bands wie z.B. Paramecium, Mortification, Helloween, Blind Guardian, Running Wild, Stryper, Hammerfall oder auch In Flames. Begonnen hat die Geschichte von AP mit Daniel Keck und Florian Kraus, die sich beide gegen Ende der 10. Klasse zusammentaten und eine Band gründen wollten. Allerdings konnten die Hörgewohnheiten der beiden Gründer kaum gegensätzlicher sein. Im Prinzip fanden sich ein Gothic-Doom-Metaller und ein Power-Metaller. Alle weiteren Bandmitglieder tendierten insgesamt eher zum Powermetaller. Doch der Einflussbereich des anderen Gründers war immer noch so groß, dass er die Musik maßgeblich in die Richtung des Gothic-Metals prägte. Daher auch die hörbare Veränderung hin zum progressiveren und schnellere Metal nach dem Ausscheiden von Daniel Keck und seinen gothic-doom-Einflüssen.

MAS: Ich gehe mal davon aus, dass Ihr nicht von der Band lebt. Was für Menschen stehen hinter Ancient Prophecy? Berufsmusiker? Diakone und Pastoren? Oder ganz einfach Versicherungsvertreter?

A.P.: Nein die Band ist lediglich unser Hobby, zumal man ohne eine starkes Label und straff organisierten Konzertmöglichkeiten nicht davon leben kann.

Wir haben unterschiedliche Berufe; da gibt es eine Studentin für Geologie, einen Verkaufsberater im Einzelhandel, einen Lehrer, einen Angestellten im Fremdsprachendienst der Universität und einen Facharbeiter im Garten und Landschaftsbau. Dennoch stellen die meisten die Priorität und das Engagement der Band an vorderster Stelle und arbeiten unermüdlich an der Verwirklichung unserer Vision. Das Schreiben neuer Songs, die Öffentlichkeitsarbeit wie z.B. Sozial-Network-, das Organisieren von Auftrittsmöglichkeiten oder die Koordination von CD-Aufnahmen wird alle in Eigenregie geführt und jeder hat dort seine Aufgaben. Wir sehen die Band und damit verbundene Arbeit als einen wertvollen Anteil am Bau des Reiches Gottes hier auf Erden. In erster Linie geht es uns nicht um das Geld verdienen. Das ist ohnehin höchsten den absoluten Spitzengrößen dieser Szenen vorbehalten. Wenn wir unsere Kosten decken können, wäre ein Ziel für die Zukunft erreicht.

MAS: Was erwartet Ihr jetzt nach der Veröffentlichung der CD? Bald das nächste Album? Tourneen?

A.P.: Die meisten von uns sind beruflich und familiär extrem eingespannt. Daher ist es eher schwierig eine Tour zu spielen, mal davon abgesehen das nie alle Bandmitglieder zur gleichen Zeit Urlaub oder Ferien hätten. Das liegt an den unterschiedlichen Berufen, z.B. ist es als Single eher unwahrscheinlich Urlaub in den Ferien zu bekommen … Der Lehrer bekommt NUR in den Ferien Urlaub.

Die Erwartungen nach der Veröffentlichung des neuen Albums waren natürlich sehr hoch, zumal wir das letztes Jahr alles daran gesetzt haben das Album durch Reviews und Interviews in einschlägigen Online und Print-Magazinen optimal zu promoten. Dennoch sind unsere Texte sowie unsere christliche Ausrichtung klar ersichtlich, was natürlich einen durchschnittlichen „Todesmetaller“ wohl abschrecken würde und einen Massen-Verkauf eher unwahrscheinlich macht.
Gut, dass wir nicht davon leben müssen und uns dadurch eine nützliche Unabhängigkeit bewahren können. Trotzdem freuen wir uns natürlich über jede verkaufte CD, jedes verkaufte T-Shirt, Tank-Top oder gekauften iTunes oder Amazon-mp3 Song. Viel wichtiger wäre es jetzt, kontinuierlich Konzerte zu spielen.

Daher gern die klare Ansage an alle Veranstalter: Wir haben noch Kapazitäten für 2016 und freuen uns, Eure Festivals mit unser Musik bereichern und Eure Besucher begeistern zu dürfen!

MAS: Herzlichen Dank für die ausführlichen Antworten und lasst von Euch hören, wenn es Neuigkeiten über Ancient Prophecy zu vermelden gibt.

Norbert von Fransecky


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