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Three Chord Society - zurück mit neuem Album!

Eine Band am Leben zu erhalten ist nicht einfach. Dies mussten auch Three Chord Society in der jüngeren Vergangenheit erfahren. Mit neuen Bandmitgliedern ist die Band aber nun wieder am Start und hat ein bockstarkes Album aufgenommen. Anchors Aweigh! ist das kompletteste Album der Norddeutschen. Musikansich hat sich mit der Band unterhalten!

Glückwunsch zum sehr guten Album Anchors Aweigh! Die Reaktionen bisher sind ja ausschließlich positiv! Wie glücklich macht sowas?

Jörn: Sehr natürlich, da man sieht, dass die immense Arbeit und die vielen Mühen auf dem Weg zur fertigen Platte nicht umsonst waren und es sich gelohnt hat, erneut die Zähne zusammen zu beißen, um Anchors Aweigh! entstehen zu lassen.

Wie man auf eurer Website lesen kann, war die letzte Zeit nicht so ganz einfach für Three Chord Society. Wie kam es zu den Wechseln im Band-Line Up und wie habt ihr die neuen Bandmitglieder gefunden?

Mamel: Nach zehn jährigem Bandbestehen waren bei einigen von uns so langsam aber sicher die Batterien leer. Auch wenn es uns allen immer sehr viel bedeutet und sehr viel gegeben hat in dieser Band zu spielen, kann es trotzdem hin und wieder sehr anstrengend werden und man muss privat hin und wieder Kompromisse eingehen.

Deshalb hatte wir uns entschieden nach zehn Jahren erstmal allen eine einjährige Pause zu gönnen. Als wir uns dann nach der Pause wieder alle zusammengesetzt haben um zu schauen wie es weitergeht, war es Reimi (damaliger Basser) und Felix (damaliger Drummer) klar, dass sie neue Prioritäten in ihrem Leben gefunden haben, denen es wichtiger war nachzugehen, als mit Three Chord Society weiter durch die Weltgeschichte zu segeln. Jörn wurde uns dann von einem Bekannten empfohlen und nachdem man sich dann einige Male getroffen und zusammen Musik gemacht hat, haben wir schnell festgestellt, dass wir gut auf einen Nenner kommen und einen würdigen Ersatz für Felix gefunden haben. Newton, der gerade bei uns am Bass zugange ist, ist schon lange ein guter Freund der Band gewesen und hatte uns schon in früheren Jahren mal ausgeholfen, als wir ohne Basser da standen. Wir sind mega glücklich die beiden gerade an Bord zu haben!

Wie sehr hat die Suche nach neuen Mitgliedern das Erscheinen von Anchors Aweigh rausgezögert?

Mamel: Wir haben das letzte Jahr erstmal dazu genutzt uns aufeinander einzugrooven und mit den alten Songs im Gepäck im November eine Deutschland-Tour mit unseren langjährigen Freunden von den Broadway Killers aus Dänemark zu spielen. Danach war uns dann klar, dass wir in dieser Besetzung definitiv Bock haben ein neues Album zu schreiben! Gesagt getan!! In nur einer intensiven Songwriting-Woche Anfang Januar 2015 ist dann das Grundgerüst für "Anchors Aweigh!" entstanden!

Die Kritiken zu allen euren Alben sind durchweg positiv ausgefallen. Ihr wart regelmäßig auf Tour, auch mit bekannteren Bands. Der Bekanntheitsgrad von Three Chord Society ist noch begrenzt. Liegt das vielleicht auch etwas an der nun längeren Pause?

Mamel: Das liegt leider definitiv an der Pause! Man war fast anderthalb Jahre komplett von der Bildfläche verschwunden und viele haben auch nicht mehr erwartet, dass wir uns nochmal in dem Maße und mit so einem Album im Gepäck zurück melden werden. Aber wir trauern nicht dem zurück was man in der Pause alles hätte erreichen können oder wo wir ohne die Pause heute stehen würden. Die Pause hatte ihre absolute Berechtigung und ohne wäre dieses Album auch nicht in dieser Weise entstanden, mit dem jeder von uns mehr als zufrieden ist. Von daher konzentrieren wir uns auf das Jetzt, hissen die Segel und sind gespannt wo uns diese Reise noch so hinführen wird!

Anchors Aweigh! Klingt erwachsener als die vorherigen Alben und die Single The Whitest Lie klingt schon anders als frühere Songs. Hatten eure neuen Bandmitglieder schon die Möglichkeit sich auch in das Songwriting einzubringen?

Jörn: Natürlich hatten wir diese Möglichkeit, da wir die Songs zu Anchors Aweigh Anfang 2015 zusammen als Band geschrieben haben. Fragmente einzelner Songs existierten zwar auch schon vorher, aber der Großteil der Songs ist im Kollektiv und sehr „ demokratisch“ geschrieben worden. Jeder konnte sich im gleichen Maße einbringen und seinen Teil zu Anchors Aweigh! beitragen.
Mamel: Man denkt oft, dass die Songs nur von den Gitarristen oder Sängern in der Band geschrieben werden. Aber gerade bei uns hatte die Rhythmus-Fraktion schon immer einen starken Einfluss auf den Songwriting-Prozess. Somit hat Jörn einfach nochmal einen ganz neuen Aspekt in diesen Prozess gebracht, wodurch sich unser Sound auf jedenfall weiterentwickelt hat.

Das Video zu Whitest Lie scheint in der Hamburger „Ritze“ gedreht worden zu sein. Nachdem sich die Band sich anscheinend zurück ins Leben kämpfen musste, ist das Video vielleicht auch ein Fingerzeig in Richtung Zukunft?

Mamel: Selbstverständlich! Wir mussten uns in den letzten Jahren immer wieder durchboxen, sind dabei oft hingefallen, aber wie man am neuen Album sieht auch immer wieder mit neuer Energie aufgestanden. Das Video kann man durchaus so auffassen. Wir werden auch in Zukunft uns nicht scheuen den Hürden, die das Leben manchmal mit sich bringt entschlossen entgegen zu treten und uns auch mal durch schwere Zeiten durchzuschlagen! Die guten sind dann ja meistens eh nur noch einen weiteren Boxschlag entfernt!

Ihr wart schon mit Zebrahead und dem Alkaline Trio auf Tour, mit welchen Bands würdet ihr gerne in der Zukunft auf Konzertreise gehen?

Mamel: Da hat jeder so seine eigenen Favoriten. Wenn die Jungs von Thrice nochmal auf Deutschland-Tour gehen sollten und man die Möglichkeit bekommt mit denen zusammenzuspielen wäre das für mich auf jedenfall nochmal ein Highlight!! Diese Band hat mich vor allem auch von ihren unglaublich guten Texten über die Jahre immer sehr inspiriert und ich schätze die grandiosen Musiker in dieser Band sehr, die sich über die Jahre immer wieder neu erfunden hat.

Apropos Tour, gibt es schon eine etwas größere Tourplanung um das neue Album zu promoten?

Jörn: Wir arbeiten gerade mit Hochdruck an der Tourplanung für den Herbst 2015 und hoffen erste Termine in den nächsten Wochen veröffentlichen zu können.

Eine Frage zu eurem Engagement in sozialen Netzwerken und wie eure Fans an eure Musik kommen. Ihr seid sehr aktiv in sozialen Netzwerken. Facebook, YouTube, Twitter etc. man findet euch dort! Wie steht ihr zu den Streamingdiensten, wie z.B. Spotify oder dem neuen Dienst von Apple? Fluch oder Segen für eine Band in eurer Größenordnung?

Jörn: Als Promo-Tool, um Leute auf deine Musik aufmerksam zu machen, können solche Dienste vielleicht hilfreich sein, alle anderen Bereiche dieser Plattformen sehe ich aber eher skeptisch.

Rainer Janaschke


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