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Artikel

Perfect Blue Sky: Wir haben nicht versucht einen auf „Retro“ zu machen

Info

Gesprächspartner: Perfect Blue Sky

Zeit: März 2015

Stil: Folk / Psychedelic Rock

Internet:
http://www.perfectbluesky.net

Derzeit boomt die Classic-Rock-Welle und etliche Bands versuchen, auf dieser Schiene Alben zu veröffentlichen. Dabei klingt manches eher gezwungen, anderes wiederum absolut natürlich und unverkrampft. Das Debütalbum der Band Perfect Blue Sky gelangte eher zufällig in die Hände von unserm Stefan und er fand es von Beginn an klasse. Die Band spielt neue Musik, die einen jedoch sofort in die goldenen 70er Jahre zurückbefördert. Als sich die Interviewmöglichkeit mit den beiden Hauptprotagonisten Jane Kitto und Pna Anderson angeboten hat, habe Stefan nicht zweimal überlegt und sich ein paar Fragen ausgedacht. Los ging esd mit dem Debütalbum, für das Stefan in der letzten Ausgabe die Höchstnote gezückt hatte.


Emerald ist das erste Album, das ihr zusammen als Band auf die Beine gestellt habt: Wie lange macht ihr schon in dieser Kombination zusammen Musik?

Jane: Wir spielen schon seit 2006 in verschiedenen Projekten zusammen, zum Beispiel Kitto oder Flower Punch.

Der Name Eurer Band ist Perfect Blue Sky. Wieso habt ihr euch gerade hierfür entschieden, bzw. was bedeutet er für Euch?

Pna: Der Name hat eine doppelte Bedeutung. Auf der einen Seite bedeutet er, den Himmel als ein Geschenk der Natur und des Lebens zu sehen. Er ist immer perfekt, egal welche Jahreszeit gerade herrscht. Auf der anderen Seite zerstören wir durch das Streben nach Perfektion in der heutigen Zeit den Himmel. Es wird dunkler, je weiter man sich in Richtung Weltraum begibt. Es ist alles eine Frage der Perspektive.

Seid ihr zufrieden mit den Albumverkäufen und den Reaktionen Eurer Fans?

Pna: Die Veröffentlichung der neuen Scheibe hat gerade erst begonnen. Wir hoffen, dass das Album eine große Zuhörerschaft erreicht. Bis jetzt sind die Rückmeldungen sehr positiv ausgefallen, worüber wir sehr glücklich sind.

Wann habt ihr beschlossen, zusammen eine Platte aufzunehmen?

Pna: Wir haben bereits einige Alben zusammen gemacht. Die Konzeption und Planung des Albums Emerald begann vor ungefähr einem Jahr. Wir beide entschieden uns, unserer Inspiration zu folgen und klassische, epische Kompositionen zu schreiben, bei denen wir uns keine musikalischen Grenzen setzen wollten. Der erste gemeinsame Song war „Phoenix Starlight“.

Jane, im Internet habe ich gelesen, dass Du aus Australien stammst und bereits sieben Alben während Deiner musikalischen Karriere veröffentlicht hast. Ist diese Info richtig? Außerdem würde mich noch interessieren, mit welchen anderen Künstlern Du bereits zusammengearbeitet hast.

Jane: Stimmt genau, ich habe bereits sieben Alben veröffentlicht. Darunter waren Projekte mit Bands wie Big Brother Holding Company, Teddy Andreais (Slash, Guns 'n Roses), Dean Pleasants (Suicidal Tendencies), Jeff 'Skunk' Baxter (Doobie Brothers), Chris Norman (Smokie) und einigen weiteren australischen und schwedischen Künstlern. Ich sehe mich hauptsächlich als Songwriterin oder Live-Performerin.

Auf Deiner Homepage stand die Information, dass Du bereits auf mehreren europäischen Festivals gespielt hast. Darunter das Edinburgh Festival in Schottland oder das berühmte Sweden Rock Festival. Hast Du bereits einen Auftritt in Deutschland gespielt?

Jane: Ja, ich habe einmal bei einem Festival in Bremen gespielt, das war ungefähr im Jahr 2000 sowie ein paar kleinere Shows in verschiedenen Teilen Deutschlands wie Berlin, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf und noch einige weitere. Ich kann mich erinnern, ein paar wunderschöne Sonnenblumen und eindrucksvolle Häuser auf diesen Reisen gesehen zu haben!

Ihr beide kommt aus völlig unterschiedlichen Ländern. Jane kommt aus Australien, Pna aus Schweden. Wie und wann seid Ihr Euch zum ersten Mal begegnet?

Jane: Wir haben uns gegen Ende 2005 kennen gelernt, als wir zusammen ein Album abgemischt haben, das ich in Los Angeles begonnen hatte. Aber aus einigen Gründen war es nicht ganz komplett und man empfahl mir Pna, der damals als Toningenieur in dem Studio gearbeitet hat. Wir haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden. Wir hatten den gleichen Musikgeschmack, denselben Enthusiasmus und dieselben musikalischen Einflüsse. Eine perfekte „Arbeitssituation“.

Pna, über Dich habe ich im Internet nicht besonders viele Infos gefunden. Was waren Deine musikalischen Fußspuren in der Vergangenheit, bevor Du Perfect Blue Sky zusammen mit Jane gegründet hast?

Pna: Ich bin Mitbegründer der schwedischen Black-Metal-Band Netherbird, bei denen ich den Namen Bizmark trage. Außerdem war ich Mitglied einer Underground-Grunge-Rock-Band mit Namen Flower Punch.




Ist Perfect Blue Sky für Euch nur ein Projekt oder plant ihr, einige Gigs zu spielen, um das neue Album zu promoten?

Jane: Ursprünglich ist es als Projekt gestartet. Derzeit ist es jedoch eine gute Zeit für diese Art von Musik. Klassische Rockmusik mit psychedelischen Einflüssen ist momentan sehr angesagt und wir sehen für uns schon eine gute Chance. Von daher möchten wir Perfect Blue Sky zu einer beständigen Sache machen.

Einige eurer Songs erinnern mich stark an Bands wie Heart, Led Zeppelin, Jefferson Airplane oder manchmal sogar ein bisschen an Great White. Was würdet ihr als Eure größten musikalischen Einflüsse bezeichnen?

Pna: Pink Floyd sind auch ein riesiger Einfluss für uns! Wir beide sind außerdem große Fans von Led Zeppelin oder Fleetwood Mac. Diese Bands inspirieren uns und wurden von uns im Laufe der Zeit entdeckt. Wir haben nicht versucht, einen auf „Retro“ zu machen. Diese Art von Musik bedeutet uns schon seit langem sehr viel! Diese Bands haben damals auch dem Hörer ihrer Platten die Chance gegeben, eine Beziehung zu ihnen und ihrer Musik aufzubauen. Wir wollen nicht kurzfristigen Erfolg, Ruhm oder schnelles Geld. Wir glauben an die Zeitlosigkeit dieser Art von Musik.

Die Promo-CD, die ich von Eurer Plattenfirma bekommen habe, wurde ohne Texte geliefert. Auf der Rückseite der CD steht, dass ihr beide die Songs zusammen geschrieben habt. Wie lange habt ihr für den Songwriting-Prozess gebraucht?

Jane: Die Lieder sind alle 2014 entstanden - mit Ausnahme von „Solomon“, das schon ein bisschen älter ist. Die Songs sind von dem Buch eines gewissen Richard Bach mit dem Titel Jonathan Livingston Seagull beeinflusst worden. Man kann die Texte auf unserer Internetseite nachlesen.

Habt ihr die Songs zusammen geschrieben oder seid ihr schon mit fertigen Stücken im Studio aufgetaucht und habt das Album dann fertig gestellt?

Jane: Das Album wurde auf die altmodische Art und Weise produziert. Wir haben die Songs im Studio zusammen geschrieben und dann erst einmal als Demos aufgenommen. Mit anderen Worten: Wir haben sie aufgenommen, als sie noch „frisch“ waren und wir uns noch nicht an ihnen satt gehört hatten. Wir sind beide große Fans dieser Vorgehensweise, dahinter steckt unsere Philosophie des Aufnehmens. Auf unserer Internetseit gibt es ebenso ein paar Eindrücke davon.

Pna, Du hast das Album produziert. War dies Deine erste Produktion oder hast Du davor schon andere Bands produziert?

Pna: Ich habe bereits einige Bands, die bei Scarecrow Recordings unter Vertrag, sind produziert. Darunter neben Perfect Blue Sky Alben von Netherbird, Kitto, Flower Punch und noch einige andere. Die komplette Discographie gibt es auf der Internetseite der Firma (http://www.scarecrowgroup.com - Anm.d.Red.). Ich habe ein großes musikalisches Spektrum, für das ich mich begeistern kann. Derzeit interessiere ich mich hauptsächlich für Metal, Grunge und Classic Rock.

Beim Sound der CD hatte ich das Gefühl, direkt in die 70er Jahre zurück versetzt worden zu sein. War das von Euch geplant oder war es Zufall?

Pna: Wir wollten ein Album aufnehmen, das zeitlos und klassisch klingt. Insgesamt wollten wir, dass es sich so anhört wie ein Querschnitt unserer musikalischen Vorbilder und Einflüsse.

„Gospel Of The Waves“ ist ein epischer Song, der sehr viel Leidenschaft ausstrahlt. Um was geht es bei diesem Song?

Jane: Es geht darum, dass jeder sein eigenes Schicksal in der Hand hält und eine gewisse Art von Verantwortung im Leben übernehmen muss.

Nach „Solomon“ kommt ihr noch einmal zurück mit einer Art von „Backward Masking“. Der Song scheint rückwärts zu laufen. Ist dies ein Tribut an Bands wie die Beatles oder Led Zeppelin, denen man so etwas ja oft unterstellt hat?

(beide lachen beide) Pna: Das war nur ein lustiger Fehler während der Produktion. Aber es hat uns gefallen und wir haben beschlossen, es auf dem Album zu lassen.

Was sind Eure Pläne für die Zukunft? Plant ihr, irgendwann ein zweites Album zu machen?

Pna: Im Sommer wollen wir ein paar Club-Shows spielen. Danach wollen wir uns ein bisschen Ruhe gönnen, um wieder Kraft fürs Song-Schreiben zu bekommen und Lieder für ein neues Album zu entwickeln.

Ich würde Euch gerne mal in unseren Breitengraden live sehen. Plant ihr, in naher Zukunft in Deutschland zu spielen?

Jane: Wir sind noch eine ganz frische Band und müssen momentan einfach einen Schritt nach dem anderen machen. Unser Ziel ist es, Songs zu schreiben, die das Publikum vor der Bühne beeindrucken!

Dabei wünsche ich Euch viel Erfolg! Vielen Dank für Eure ausführlichen Antworten.



Stefan Graßl


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