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Wo die „Stille Nacht“ gezeugt und geboren wurde

Info

Autor: Stille Nacht - eine wahre Weihnachtsgeschichte

Titel: Stille Nacht - eine wahre Weihnachtsgeschichte

ISBN: 4006448762940

Preis: € 14,99

95 Minuten Seiten

Es gibt Lieder über deren Herkunft macht man sich in der Regel keine Gedanken, weil es sie irgendwie immer schon gegeben hat. Ein solches Lied dürfte „Stille Nacht“ sein, das natürlich der emotionale Höhepunkt fast jedes Weihnachtsgottesdienstes ist, aber wohl auch noch dem eingefleischtesten Atheisten ein Begriff sein dürfte. Stille Nacht - eine wahre Weihnachtsgeschichte gibt die Antwort auf Ort, Zeit und Umstände seiner Entstehung und macht deutlich: Es ist wahrscheinlich selten einem Künstler gelungen, mit einem Kunstwerk so eindeutig das zu erreichen, was er erreichen wollte – auch wenn der Künstler das nie erlebten konnte.

Josef Mohr wurde 1792 unehelich in Salzburg geboren, kam 1817 als junger Priester in das 17 Kilometer nördlich gelegene Oberndorf und geriet bald in Konflikt mit seinem Vorgesetzten. Mit deutschen Liedern, einer deutschen Predigt und Offenheit für die drop outs seiner Zeit, die er im Wirtshaus kennen lernte, belebte er Gottesdienst und Kirchenchor. Lob erntete er dafür reichlich und der Erfolg gab ihm Recht.

Seinem reaktionären Vorgesetzten Georg Nöstler (Clemens Aap Lindenberg) war das ein Greul. Mit autoritärer Strenge verlangt er Gehorsam, einen Gottesdienst in Latein, einen rein männlichen Kirchenchor und deutliche Distanz zu dem „Abschaum“, der „seine“ Kirche zu verderben droht. Für Historiker ein Glücksfall. Regisseur Christian Vuissa hat einen Teil seines Wissens über Mohr aus den Beschwerdebriefen, die Nöstler, an das Konsistorium (die leitende Kirchenbehörde; NvF) geschrieben hat.

Mohr gehorcht und muss miterleben, wie seine Arbeit zunichte gemacht wird und der Besuch des Gottesdienstes dramatisch nachlässt. Er hat sein Versetzungsgesuch schon geschrieben, als ihn das Gespräch mit der jungen Klara (Florence Matousek), die gerade ihr Kind verloren hat, aus der Resignation reißt. Er beschließt am Heiligen Abend gegen das ausdrückliche Verbot Nöstlers einen deutschen Gottesdienst zu halten. Dazu schreibt er ein besonderes Lied. Noch während des Heiligen Abends komponiert er zusammen mit seinem Freund Gruber eine Gitarrenmelodie zu dem Gedicht „Stille Nacht“. Im Film hat er es bereits wiederholt als Gute Nacht Geschichte für Johannes (Henry Vuissa), den schwer erkrankten Sohn von Klara, benutzt. In der Abschlussszene singt er es mit dem Kirchenchor, zu dem nun auch wieder Maria und ihr Freund Anton (Manuel Mairhofer) gehören.

Selbst in dieser Szene gelingt es Vuissa souverän die Klippen des Kitsches zu umschiffen und einen Film, der einen Grundkonflikt von Kirche zur Sprache bringt, zu einem im guten Sinne emotionalen Ende zu führen. Am 24. Oktober 2014 ist „Stille Nacht“ als DVD erschienen und u.a. über den christlichen Medienvertrieb gerth.de erhältlich.

Stille Nacht – Eine wahre Weihnachtsgeschichte ist eine amerikanische Produktion, die in Kooperation mit dem den Mormonen gehörenden Fernsehsender BYU TV entstanden ist. Der in Österreich geboren und aufgewachsene Vuissa hat vornehmlich in Österreich, zum Teil an Originalschauplätzen, mit deutschen und österreichischen Schauspielern gedreht. Es war sein Anliegen – so erklärt er in einer Dokumentation, die auch auf der DVD enthalten ist – mit dem Film die Stimmung des Liedes einzufangen. Entstanden ist so ein leiser völlig „unamerikanischer“ Film, der genauso gut 50 Jahre älter sein könnte. Lediglich Hauptdarsteller Carsten Clemens wirkt manchmal etwas zu flott und modern. Neben historischen Personen, unter ihnen Mohr, sein Vorgänger Josef Kessler (Robert Spitz), Nöstler (Clemens Aap Lindenberg) und der Lehrer und Organist Franz Gruber (Markus von Lingen), lässt Vuissa fiktive Figuren auftreten, um die Person Mohrs lebendig werden zu lassen.

„Stille Nacht“ ist heute das wohl bekannteste Weihnachtslied überhaupt. Millionen von Menschen singen es in über 200 Sprachen. Der 2012 gedrehte Spielfilm erzählt, wie das Lied 1818 entstand.

Norbert von Fransecky


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