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25 Years after - Mein Leben mit der CD; Folge 29: Heavy Metal Monster Festival (Diverse)

Der Juli 2013 ist aus MAS-Sicht eine rechte Saure-Gurken-Zeit. Kurz vor Ende des Monats stehen für unsere August-Ausgabe kaum Artikel bereit. Stefan war in zwei Konzerten und Ingo hat sich durch ein knappes Dutzend Bücher gearbeitet. That’s it! Sommerflaute!

Im August vor 25 Jahren sah es bei mir ähnlich aus. Die damals angeschafften CDs lösen erst mal nur Ratlosigkeit aus und „zeitgeschichtlich“ war’s ebenso flau wie in diesem Jahr. Ein Blick in meinen 88er Terminkalender weist nichts aus, außer Routine-Terminen. Was also soll das Thema dieser Kolumne werden?

Also noch mal zurück zu den CDs. Immerhin hatte ich mir damals im August sechs CDs zugelegt – zum großen Teil wohl im Rahmen des Semesterferienbesuchs in Hannover auf dem Flohmarkt. Aber je zwei davon waren schlichte Komplettierungen des Whitesnake- bzw Gary Moore-Katalogs und zu BAPs Da Capo fällt mir zum einen nichts ein; zum anderen habe ich sie im Rahmen der BAP-Re-Releases bereits vor fünf Jahren besprochen.

Bleibt das sechste Album, das zumindest dadurch hervorsticht, dass es die laufende Nummer 111 in meiner CD-Sammlung trägt. Es handelt sich dabei um einen Sampler. Unter dem Titel Heavy Metal Monster Festival hatte das Major Label Mercury eine recht annehmbare Sammlung damals relevanter Metal-Bands auf CD gepresst. Und das ist doch schon mal eine Aussage. Zum einen lässt sich daran erkennen, dass es vor 25 Jahren noch deutlich mehr Major Labels gab, als heute, wo es eigentlich nur noch Warner, Sony und Universal, zu denen heute auch Mercury gehören, als reale Majors gibt.

Zum anderen waren Sampler, wie dieser, ein Zeichen dafür, dass der Metal, der bis dahin mehr was für Prolls war, den Durchbruch zum Normalpublikum und damit auch zu einer gewissen Anerkennung gefunden hat. Verantwortlich dafür waren ganz unterschiedliche Bands. Die erfolgreiche Reunion der altehrwürdigen Deep Purple hatte damit zu tun. (Auf dem Heavy Metal Monster Festival zeigen sie sich schon in einer wesentlich schwächeren Verfassung.). Die Scorpions schossen mit Love at first Sting weit nach oben. Gary Moore und Whitesnake tauchten mit starken Alben verstärkt auf. (Es ist sicher kein Zufall, dass ich in dieser Zeit gerade auch diese Backkataloge vervollständigt habe.) Bon Jovi wurden zu Chartbreakern.

Und so gab es dann vor allem für Uneingeweihte Sampler wie das Heavy Metal Monster Festival, in Zeiten vor Internet und YouTube eine ganz wichtige Einkaufshilfe, wenn man sich nicht auf den Stoff beschränken wollte, der im Radio gepusht wurde. Klar, für den klassenbewussten Metaller war das ein Problem. War das jetzt der Triumph der eigenen Helden, oder der absolute Ausverkauf? Jedenfalls konnte man sich nicht mehr als extreme Speerspitze fühlen, was dann wieder dazu führte, dass die extremeren Metal-Spielarten entwickelt wurden.
Irgendwann werden die auch mal in dieser Kolumne auftauchen. Aber bis dahin musste ich noch einen längeren Weg gehen. Der Kirchentag(!) in München 1993 wird dabei ein Rolle spielen. Aber das sind andere Geschichten.

Norbert von Fransecky


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