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Lexikon Musikinstrumente – Instrumente, Spielweisen, Begriffe von Bernward Halbscheffel

Info

Autor: Bernward Halbscheffel

Titel: Lexikon Musikinstrumente – Instrumente, Spielweisen, Begriffe

Verlag: Halbscheffel Verlag [Musik, No. 5]

Preis: € 25,00

444 Seiten

Internet:
http://www.halbscheffel.de

Der Halbscheffel Verlag wurde zwar schon 2001 gegründet (um die Dissertation Bernward Halbscheffels zu veröffentlichen), doch erst seit Mitte 2009 gibt es eine verstärkte Tätigkeit. So wurde in der Reihe Musik als fünfter Band das vorliegende Lexikon Musikinstrumente – Instrumente, Spielweisen, Begriffe von Bernward Halbscheffel veröffentlicht. Der Autor und Verlagsbesitzer ist sicherlich vielen Lesern durch seine Mitautorenschaft an ‚Das neue Rock-Lexikon‘, welche im Rowohlt Verlag erschienen ist bekannt, eventuell auch durch die 21. Auflage der Brockhaus Enzyklopädie bei der Bernward Halbscheffel den gesamten Artikelstamm im Bereich Musik überarbeitete. Hier ist also ein erfahrener Autor der es sich zur Aufgabe gemacht hat, im Lexikon Musikinstrumente – Instrumente, Spielweisen, Begriffe nicht nur die traditionellen Orchester-Instrumente zu behandeln, sondern auch die Instrumente, die in der Pop- und Rockmusik verwendet werden. Dabei war ein Ziel, möglichst alle Instrumente, die man in irgendeiner Form irgendwo hören kann oder in einem CD-Booklet auftauchen, mit einem kurzen Artikel zu erwähnen. Eine ungeheure Fleißsaufgabe des Autors, dessen Ergebnis sich mehr als sehen lassen kann unter anderem auch deshalb, weil es kein aktuelleres Lexikon für Musikinstrumente gibt, sondern nur Nachdrucke älterer Werke.

Dass auf knapp 450 Seiten nicht jedes Instrument in seiner ganzen Fülle abgehandelt werden kann ist einleuchtend. Es richtet sich auch vor allem an Schüler der Oberstufe, Studenten der Musikwissenschaften in den ersten Semestern oder einfach an den interessierten Musikhörer. Wer stärker in die Tiefe gehen will, muss sich natürlich mit Sekundärliteratur beschäftigen, die bei manchen Artikeln mit angegeben ist. Der Schreibstil ist sachlich kompetent. Die Klassifikation der Instrumente wurde größtenteils nach von Hornborstel und Sachs vorgenommen, die sich als ein Standard herausgebildet hat, wenn sie auch vereinzelt angepasst werden muss. Für den Laien wird es vielleicht etwas ungewöhnlich klingen, wenn man zum Beispiel die elektrische Gitarre als Elektro-Chordophon bezeichnet. Für die Wissenschaft sind diese Klassifizierungen jedoch notwendig.

Inhaltlich gibt es wirklich einen Rundumschlag über eine Vielzahl an Instrumenten, von denen man teilweise sicherlich noch nie etwas gehört hat. Einzelne Instrumente wie z.B. die Gajda oder das Strumento da Porco fehlen, wobei dies kein wirklicher Kritikpunkt ist. Neben dem Aufbau der Instrumente gibt es manchmal auch etwas über die Spieltechniken zu erfahren. Hier hat sich meines Erachtens beim Aufschlag der Gitarre ein Fehler eingeschlichen. Hier wird das sogenannte Hammer On erklärt und nicht der Aufschlag (auch wenn die Übersetzung des englischen Begriffes dies vielleicht nahelegt). Überhaupt ist das Kapitel über die Gitarren, speziell die akustischen Gitarren meines Erachtens etwas ungenau ausgefallen. So gibt es zwischen den Nylon-String und den Steel-String Gitarren doch eklatante Unterschiede im Bau (z.B. völlig andere Balkenkonstruktion, Halsstab). Hier hätte die Steel-String (oder Western-Gitarre) ein eigenes Kapitel verdient gehabt.
Zum Artikel über das Telharmonium des Amerikaners Thaddeus Cahill könnte man noch ergänzen, dass man schon weiß, welche Musik mit diesem Instrument gespielt wurde (es existieren zum Beispiel Konzertprogramme) und auch Ohrenzeugenberichte existieren (beides kann man u.a. in der Monographie ‚Magic Music From The Telharmonium‘ von Reynold Weidenaar [The Scarecrow Press, 1995] nachlesen).

Diese kleinen Kritikpunkte sollen die gelungene inhaltliche Bearbeitung jedoch nicht schmälern sondern zeigen auf, wie vielfältig die dargestellten Inhalte aufbereitet wurden. Insgesamt ist das Lexikon Musikinstrumente – Instrumente, Spielweisen, Begriffe auf qualitativ sehr hohem Niveau. Ein Anhang mit einer kurzen Darstellung über die Namen der Töne, über Stimmung und Tonumfang einzelner Instrumente und eine Übersicht über Museen und Sammlungen von Instrumenten runden das gelungene Lexikon ab. Schließlich gibt es noch ein Register mit dem man auch Querverweise finden kann. Eine lohnenswerte Anschaffung für die genannten Zielgruppen.

Ingo Andruschkewitsch


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