····· Der urbane Underground Tel Avivs hat Malox hervor gebracht ····· 10 Jahre nach dem Debüt pressen Lovex Staub zu Diamanten ····· Luxusprobleme im Hause Black Space Riders - zu viel Material für ein Doppelalbum auf Lager ····· Beruhigen wollen Shotgun Valium eher nicht ····· Mit neuem Drummer erscheinen TXL auf zwei Festivals ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Artikel

Tempest: das neue Album von Bob Dylan als Songbook

Info

Autor: Bob Dylan

Titel: Tempest

Verlag: Wise Publications [AM1005851]

ISBN: 9781780388335

Preis: € 26,50

80 Seiten

Internet:
http://www.bobdylan.com/
http://www.musicsales.com
http://www.musicroom.de/de-de/se/id_no/01063150/details.html

Nachdem Bob Dylan sein neues Album Tempest, immerhin Studioalbum Nummer 35, veröffentlicht hat konnte man wieder einmal die unterschiedlichsten Meinungen dazu lesen und hören. Für die einen ist es ein erneuter Beweis seines musikalischen und vor allem lyrischen Könnens, für die anderen ist es weit entfernt von seinen großen Taten. Immerhin, die positiven Stimmen überwiegen und loben den Künstler für einen neuerlichen Beweis, seiner auch im Alter ungebremsten Schaffenskraft.

Nun gibt es zum Album auch das Songbook und man kann sich gleich noch einmal intensiver mit der Musik und den Texten Bob Dylans beschäftigen. Natürlich wird man erst in einigen Jahren wirklich sagen können, ob Tempest zum Klassiker wird, aber wenn man sich näher mit CD und Songbook beschäftigt gewinnt man den Eindruck, dass Tempest sich sicherlich nicht vor anderen Alben des Musikers verstecken muss. Musikalisch enorm abwechslungsreich ist es ausgefallen und die Texte sind wie immer lesenswert.

Der Notendruck ist, wie heutzutage eigentlich üblich, sehr gut und übersichtlich ausgefallen. Natürlich muss man blättern und nicht immer stehen alle Strophen unter dem Text, sondern teilweise am Ende des jeweiligen Liedes. Dies hängt aber vor allem damit zusammen, dass Bob Dylan manchmal eben mehr als nur 2 Strophen plus Refrain produziert und dann ist dies kaum anders zu bewerkstelligen. Die Klavierfassungen sind nicht zu kompliziert, aber recht authentisch ausgefallen. Die Klavierstimme enthält immer auch den Gesang, der aber natürlich nochmals darüber mit dem Text notiert ist. Über der Melodie sind auch die Akkordsymbole angegeben, jeweils mit Griffdiagramm für Gitarre. Manchmal wäre es vielleicht platzsparender, wenn diese am Beginn des Liedes stehen würde. Das ist aber weniger üblich und auch einfach Geschmacksache. Außer der Tempoangabe und, wenn notwendig, die Angabe eines Swing-Feelings gibt es keine weiteren spieltechnischen Informationen. Hier muss man sich als Gitarrist dann an der Klavierstimme orientieren oder natürlich gleich zur CD mitspielen.

Für Fans und Musiker ist das Songbook zu Tempest sicherlich eine Anschaffung wert. Bob Dylan hat es einfach immer noch raus, wie man Songs konzipiert. Den Gesang allerdings so rau, nölig und widerspenstig hinzubekommen wie auf der CD scheint allerdings kaum möglich (außer man ist ebenfalls schon über 70 Jahre alt oder heißt Tom Waits). Aber das ist eine andere Geschichte.

Titelliste:
01. “Duquesne Whistle“
02. “Soon After Midnight“
03. “Narrow Way“
04. “Long and Wasted Years“
05. “Pay In Blood“
06. “Scarlet Town“
07. “Early Roman Kings“
08. “Tin Angel“
09. “Tempest“
10. “Roll On John“

Ingo Andruschkewitsch


Zurück zur Artikelübersicht