····· Zum Start der Tour de France erscheint der komplette Kraftwerk-Backkatalog neu ····· Joe Bonamassa stellt sein neues Live Album vor! ····· Cris Rellah: Neues Album «Crossroads» erscheint am 12. Mai und aktuelles Video zu "Music" ····· Neues Video von Astral Doors ····· St. Kitts Royal Orchestra - neues Video "I Could Be You" und Album Isadora am 21. April ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Artikel

Christopher Hjort zeichnet ein differenziertes Fixierbild der Byrds

Info

Autor: Christopher Hjort

Titel: So you want to be a Rock’n’Roll Star. The Byrds Day-by-Day 1965-1973 (engl.)

Verlag: Jawbone / Edition Olms

ISBN: 978-3-283-01205-2

Preis: € 29,99

336 Seiten

336 Seiten hört sich weniger anstrengend an, als die Lektüre es dann letztendlich ist. Das liegt nicht an einem übermäßig schweren Englisch, sondern an Konzept und Format des Buches. Der knapp Din A 4 große, nicht übermäßig bebilderte Band, hätte es bei „normalem“ Buchformat wohl auf etwa 500 Seiten gebracht. Darüber hinaus ist der Untertitel The Byrds Day-by-Day nahezu wörtlich zu verstehen.

Christopher Hjort muss Unmengen von Zeitungen, Interviews und Veranstaltungsmagazinen ausgewertet haben und hat die dort enthaltenen Informationen nach Möglichkeit einem konkreten Tag zugeordnet. Und so erscheint So you want to be a Rock’n’Roll Star als Quasi-Tagebuch eines Außenstehenden. Akribisch werden jedes Konzert, jeder Studioaufenthalt, wichtige Interviews, Fernsehauftritte und und und aufgelistet, bewertet, eingeordnet und kommentiert.

Christopher Hjort arbeitet nicht als Hagiograph, sondern gibt auch kritischen bis vernichtenden Reaktionen auf bestimmte Phasen in der Band-Biographie breiten Raum. So ergibt sich ein differenziertes Bild einer Band, die gemeinsam mit, oder eher vor Bob Dylan den Folk-Rock erfand, sich dann immer mehr in Country-Gefilden verlief, um zum Ende hin partiell wieder zu ihren Wurzeln zurückzufinden.
Verdienstvoll ist auch der Blick auf das Wirken ehemaliger Bandmitglieder nach ihrem Ausstieg bei den Byrds.

Für Byrds-Loonatics ist der Band, der auch mit durchschnittlichem Englisch gut konsumierbar ist, ein Eldorado, in dem sie Tausende Details über die Geschichte ihrer Lieblinge finden können. Für den etwas distanzierteren interessierten Leser macht die Tagebuch-artige Darstellung die Lektüre anstrengend. Von einem flüssigen und fesselnden Lesetext kann hier wahrlich nicht die Rede sein.

Norbert von Fransecky


Zurück zur Artikelübersicht