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Artikel

Baby Lou = False Metal

Info

Gesprächspartner: Baby Lou

Zeit: 30.10.2011

Ort: Köln / Saarbrücken

Interview: E-Mail

Stil: Rock

Internet:
http://www.baby-lou.org

Was fällt einem ein, wenn man an Saarbrücken und an Musik denkt? Nicht so viel, oder? Baby Lou sind eine frische Band aus Saarbrücken, welche mit ihrem Album Fresh Water In A Dirty Glass ein sehr gutes Debütalbum vorgelegt haben. Die Band hat uns Rede und Antwort gestanden und auch gleich erklärt, welche Bands aus Saarbrücken wir auf dem Radar haben sollten

Als relativ neue Band, welche unsere Leser unter Umständen noch nicht kennen, könnt ihr euch kurz vorstellen, damit unsere Leser wissen wer Baby Lou ist?

Baby Lou = False Metal
Nein im Ernst, wir sind eine Band aus Saarbrücken und spielen Musik die man teilweise noch im Punk/ Hardcore ansiedeln kann, schrecken jedoch vor Pop, Electro und anderem wirren Zeug nicht zurück. The Sky is the Limit! =)

In meiner Rezension zu „Fresh Water In A Dirty Glass“ habe ich euch als „stiloffen“ bezeichnet. Ihr lasst euch nur schwer kategorisieren. Wer oder was sind eure musikalischen Einflüsse? Welche Musik hört ihr privat?

Unsere Einflüsse liegen irgendwo zwischen Punk und Metal, zumindestens taten sie das Mal. Viel 80er und 90er Kram. Auch 00er Bands aus Emo, Screamo und Pop. Viele Ami-Bands. Privat kann es passieren, dass im Plattenregel Blumfeld neben Blind Guardian steht und Deftones neben Deichkind. Millencolin neben Miracle of 86, Sepultura neben The Sexy Drugs oder Good Clean Fun neben Ghost of a Chance.

Welche Bedeutung hat der Albumtitel „Fresh Water In A Dirty Glass“? Wollt ihr damit andeuten, dass ihr einer eventuell festgefahrenen Musikszene neue Einflüsse bringen wollt.

Wir sehen uns weniger in der Rolle einzelne Leute oder gar ganze Szenen umzukrämpeln. Vielleicht soll der Albumtitel nur beschreiben, dass alles irgendwie auf einen „abfärbt“! Egal was. So lassen wir gerne zu wenn Dinge auf uns „abfärben“ …wenn sich aus mehreren Komponenten was ergibt. Man nimmt immer irgendwas mit. Gutes als auch schlechtes.

3 Jahre lang habt ihr an „Fresh Water In A Dirty Glass“ gearbeitet. Das ist eine lange Zeit, warum hat es diese lange Zeit gebraucht um das Album fertigzustellen?

Die Aufnahmen mussten aus gesundheitlichen Gründen (Kehlkopf und Mandelentzündung/ Mandel OP) auf Eis gelegt werden. Wir hatten die unfreiwillige Wartezeit als Chance gesehen um in Ruhe an Details zu arbeiten. Im April 2010 hatten wir alles im Kasten. Dann ging es so langsam auf Label suche.

Auf eurer Homepage gibt es ein abgefahrenes Video zum Titelsong des Albums zu sehen. Das Video wurde bis dato knapp 1200-mal angeschaut. Das ist sicherlich kein schlechtes Ergebnis, aber lohnt sich der ganze Aufwand, wenn das Video wahrscheinlich nur online zu bewundern ist?

Wir finden der Aufwand hat sich definitiv gelohnt. Das Feedback auf das Video zu FWIADG, dem Titelsong des Albums war dermaßen überwältigend, dass wir zurzeit überlegen ein zweites Video zu drehen. Die nächsten Monate werden wir aber erst mal sehr viel live unterwegs sein.

Wie kam der Kontakt zu eurem Plattenlabel 141 Records zustande?

Wir wurden zunächst über eine Review zum Album Sanguinity von Three Chord Society auf das Label aufmerksam und eigentlich fing alles mit einer einzigen Mail von Saarbrücken nach Hamburg an. Im April 2011 war dann klar, „wir machen gemeinsame Sache“.

Können wir mit einer Tour zum Album rechnen?

Wir sind gerade mittendrin. Bis Ende 2011 stehen noch einige Shows an und Anfang 2012 wird es erst mal genauso weitergehen. Bei den aktuellen Shows sind wir im Doppelpack mit Palmchat unter dem Namen „APPLESHAMPOO-TOUR“ unterwegs. Unbedingt hingehen.

Wie sehen generell die weiteren Pläne für Baby Lou aus?

Wir arbeiten permanent an neuen Songs und booken uns durch sämtliche Jugendzentren und kleinen Klubs. Nebenbei schnibbeln wir Kurzfilme, die wir in unregelmäßigen Abständen unter dem Namen „LOU TUBE“ raushauen. Wie bereits gesagt überlegen wir uns wie schon wie das nächste Musikvideo aussehen könnte. Neue Shirtdesigns sind in Planung. Neue Synthi-Sounds und Samples werden ausprobiert. 2012 wird auf jeden Fall wieder spannend. Wir wollen so schnell es geht auch wieder ins Studio.

Marco trägt auf dem Foto im Booklet ein Savatage T-Shirt! Reiner Zufall oder bist Du ein Savatage Fan?

Nicht nur das Shirt ist ein Indiz dafür das wir Savatage extrem interessant finden. Auf dem Album befindet sich sogar ein Song in dem Jon Oliva erwähnt wird. Savatage haben wirklich gute Songs geschrieben, aber auch viel Mist.

Ihr kommt aus Saarbrücken, eine Stadt, welche eher selten in der musikalischen Landschaft auftaucht, gibt es dort noch mehr Bands, welche man auf dem Radar haben sollte?

Es gibt in Saarbrücken bzw. dem Saarland unglaublich viele sehr gute Bands. Eine Auflistung würde allein für das Genre Hardcore/Punk/Indie den Rahmen mehr als sprengen. Vielleicht macht es an dieser Stelle mehr Sinn kurz Bands zu erwähnen die irgendwie aus der Reihe tanzen, wie z.B. See My Point (ein Duo aus DJ und Drummer) oder His Statue Falls (Techcore-Amboss) oder Palmchat (Pop-Punk) und A Diary Entry (Trance-Divas). Wenns um Punk mit dt. Texten geht sollte man Pascow (aus Gimbweiler und nicht L.A.) abchecken. Für mehr Attacke auf jeden Fall die Band „Prinzessin halts maul“. Powermetal = Powerwolf. Alternative Styles gibt’s von Lincoln Drive und Glazed Finish. So jetzt ist auch gut. Selber rausfinden. Es gibt einfach sehr viele gute Bands hier. O.K. Eine noch: The Satellite Year.

Wollt ihr noch eine Nachricht an unsere Leser loswerden?

Lesen ist besser als fernsehen. Lesen in der Badewanne ist unschlagbar. Vielen Dank das ihr euch für unser Interview interessiert und es bis hierhin durchgelesen habt. DANKE.

Rainer Janaschke


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